«Viele haben mich früher nicht unterstützt»

Die indische Ringerin Sakshi Malik ist dank ihrer Bronzemedaille zur Ikone geworden. Kritiker wird sie trotzdem noch haben.

Überglücklich: Sakshi Malik feiert ihre Bronzemedaille. Bild: Reuters

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Sakshi Malik ist die erste indische Frau, die im Ringen eine Olympiamedaille gewonnen hat. Und erst die vierte indische Frau überhaupt, die an Olympischen Spielen eine Medaille holt. Die Bronzemedaillengewinnerin in der Gewichtsklasse Freistilringen ist eine ehrgeizige, mutige Sportlerin und eine von drei Ringerinnen der indischen Olympiadelegation.

In der Vergangenheit hatte sie es nicht leicht. Die 23-jährige Athletin kommt aus Haryana im Norden Indiens. Der Staat gilt als äusserst konservativ. Früher trainierte Malik mit Buben, da ihr die Gegnerinnen fehlten. Dafür und dass sie schon als Kind Wrestling betrieb, wurden sie und ihre Familie in der Heimat scharf kritisiert.

Es hiess, Malik würde nicht mehr attraktiv sein für potenzielle Ehepartner, weil sie vom Ringen sogenannte Ringerohren bekomme. Dies ist eine Auffälligkeit des äusseren Ohres, die durch Blutergüsse nach heftigen Schlägen entsteht.

«Das hat mich verletzt. Ich wusste nicht, warum Leute solche Dinge sagen. Als ich jünger war, habe ich deswegen an mir gezweifelt», sagt Malik heute. Die erfolgreiche Athletin hat bereits 2014 Silber an den Commonwealth Games geholt. Durch Bronze in Rio ist sie für die «Times of India» zur Ikone geworden.

«Es ist komisch zu sehen, wie sich die Leute in deinem Umfeld verändern, wenn du erfolgreich bist. Viele haben mich früher nicht unterstützt», sagte Malik. Es wird allerdings auch jetzt noch Leute geben, die nicht schätzen, was Malik macht. Es gehört sich in Teilen der indischen Kultur nicht, dass Frauen solche Sportarten ausüben.

Ihre Familie ist schon immer an ihrer Seite gestanden. Ohne diese wäre sie heute wahrscheinlich verheiratet und hätte Kinder, sagt die 23-jährige Malik. Und sie hätte sicher keine olympische Bronzemedaille.

Erstellt: 18.08.2016, 13:01 Uhr

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