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Zurich Film FestivalRolf Lyssy wird für sein Lebenswerk ausgezeichnet

Mit «Die Schweizermacher» aus dem Jahre 1978 schuf er den erfolgreichsten Schweizer Film der letzten 50 Jahre. Im Herbst wird dem heute 84-Jährigen grosse Ehre zuteil.

Rolf Lyssy, Filmemacher bei sich Zuhause in Zürich. (Archiv)
Rolf Lyssy, Filmemacher bei sich Zuhause in Zürich. (Archiv)
Foto: Reto Oschger

Rolf Lyssy erhält vom Zurich Film Festival (ZFF) eine Auszeichnung für sein Lebenswerk. Das ZFF widmet seinem Werk zudem eine Retrospektive, und zeigt seinen neuen Film, eine Schrebergartenkömodie, die am 8. Oktober in die Kinos kommt, als Weltpremiere.

Der Zürcher Lyssy zähle zu den herausragenden Filmemachern der Schweiz, heisst es in einer Mitteilung des Zurich Film Festival vom Donnerstag. Sein Meisterwerk «Die Schweizermacher» sei mit über einer Million Kinozuschauern bis heute der erfolgreichste Schweizer Film. Der Preis wird Lyssy während des Zurich Film Festival vom 24. September bis 4. Oktober übergeben.

«Lyssy vermag wie kein zweiter hierzulande Tragik und Komik miteinander zu verbinden. Obwohl seine Filme leichtfüssig inszeniert sind, setzen sie sich mit den essenziellen Fragen des Lebens auseinander», lässt sich Artistic Director Christian Jungen zitieren.

Als Unterhaltungsfuzzi abgestempelt

Rolf Lyssy wurde 1936 in Zürich als Spross einer jüdischen Familie geboren. Da es noch keine Filmschulen gab, machte er zunächst eine Lehre als Fotograf. 1966 fungierte er beim Dokumentarfilm «Ursula oder das unwerte Leben» seiner Mentoren Walter Marti und Reni Mertens als Kameramann und Cutter. Mit Konfrontation über das Attentat des jüdischen Studenten David Frankfurter auf den hochrangigen Nazi Wilhelm Gustloff in Davos erregte er 1975 international Aufsehen.

Danach feierte Lyssy mit Dialektkomödien wie «Die Schweizermacher» (1978), «Kassettenliebe» (1981), «Teddy Bär» (1983) und «Leo Sonnyboy» (1989) grosse Erfolge.

«Innerhalb der 68er-Generation wurde Lyssy von vielen Kollegen, denen das Publikum suspekt war, verkannt und als Unterhaltungsfuzzi abgestempelt», wird Jungen in der ZFF-Mitteilung zitiert. Dabei habe Lyssy mit seinen Filmen präzise Sittengemälde der Schweizer Gesellschaft geliefert, die auch heute noch aktuell seien.

SDA