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Folgen der EpidemieSalt-Kunden telefonieren während der Krise deutlich mehr

Der Chef des drittgrössten Schweizer Mobilfunkanbieters rechnet damit, dass Handy-Verkäufe und Roaming-Einnahme wegen der Corona-Krise zurückgehen.

Jon Nathanael Mettler
Salt lässt schweizweit 15 von 103 Läden offen.
Salt lässt schweizweit 15 von 103 Läden offen.
Foto: Gaëtan Bally (Keystone)

Die Coronavirus-Krise nimmt auch Salt in Beschlag. Der drittgrösste Mobilfunkanbieter des Landes mit seinen 1,2 Millionen Kunden verzeichnet aktuell einen Anstieg um 50 Prozent bei der Sprachtelefonie und um 40 Prozent beim Datenverkehr. Der Netzbetrieb funktioniere indes stabil, teilte das Unternehmen am Dienstag bei der Präsentation des Jahresergebnisses 2019 mit.

Eine überwiegende Mehrzahl der rund 1000 Salt-Mitarbeiter befindet sich im Homeoffice. Dazu gehören auch Firmenchef Pascal Grieder und Finanzchef Franck Bernard, die beide aus den eigenen vier Wänden über den Geschäftsgang im vergangenen Jahr informierten. Für etwa 200 Angestellte hat Salt Kurzarbeit beantragt.

Um bei Geräten und Zubehör eine Grundversorgung zu gewährleisten, bleiben schweizweit 15 der 103 Läden von Salt mit verkürzten Öffnungszeiten offen. Freiwillige Mitarbeiter, die nicht im öffentlichen Verkehr an den Arbeitsort reisen, sorgen für den Betrieb der Verkaufsstellen.

Einfluss beim Roaming

Salt-Chef Grieder rechnet mit einem Einfluss der Pandemie auf das Geschäft. Nicht nur dürfte sich die Verkaufsaktivitäten verlangsamen, weil den Nutzern der Sinn gerade nicht nach neuen Verträgen und teuren Smartphones steht. Auch der Reiseverkehr ist zusammengebrochen, wodurch die Gebühren für die Benutzung des Mobiltelefons im Ausland – das sogenannte Roaming – wegfallen.

«Unser Kerngeschäft ist widerstandsfähig.»

Pascal Grieder, Chef von Salt

Wie der Effekt auf das Ergebnis des laufenden Geschäftsjahres sein werde, sei noch nicht abschätzbar, sagte Grieder. «Unser Kerngeschäft ist grundsätzlich widerstandsfähig. Es ist geschützt durch unseren bestehenden Kundenstamm.»

Im vergangenen Geschäftsjahr hat Salt den Verlust der Geschäftskunden Coop und UPC zu spüren bekommen. Der Umsatz sank um 2,3 Prozent auf 1,023 Milliarden Franken. Der Betriebsgewinn vor Abschreibungen und Amortisationen fiel um 8,6 Prozent auf 428,4 Millionen Franken.

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