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Kolumne NachspielSchwanz ab

Den Erotik-Klassiker «Im Reich der Sinne» gibts jetzt online. Einst musste man nach Paris pilgern, um ihn zu sehen.

Das Ende naht: Eiko Matsuda als Sada in «Ai No Corrida».
Das Ende naht: Eiko Matsuda als Sada in «Ai No Corrida».
Foto: PD

Liebe total. Sada erwürgt ihren Geliebten Kichizo beim Orgasmus, beide wollen es so. Sie schneidet ihm das Glied ab, steckt es in die Handtasche und irrt so tagelang durch die Strassen. Diese Geschichte soll sich in den 1930er-Jahren in Japan tatsächlich zugetragen haben. Auf jeden Fall machte Nagisa Oshima seinen meisterhaften Film «Im Reich der Sinne» daraus. Er verursachte 1976 einen Riesenskandal.

In der Schweiz war «Ai No Corrida», wie der Originaltitel heisst (sinngemäss «Stierkampf der Liebe»), damals nicht zu sehen. Ob er verboten war, wie in vielen Ländern, oder ob sich einfach niemand getraute, ihn zu zeigen, ist nicht ganz klar. Aber wer etwas auf sich hielt, fuhr nach Paris, wo er im Programm stand. Ich war noch nicht ganz 18 damals und nahm deshalb einen gefälschten Gymiausweis mit, damit ich nicht etwa bei der Kasse abgewiesen würde. Nichts wie hin.

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