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Proteste in MinneapolisSchwarzer Verdächtiger stirbt nach brutalem Polizeieinsatz

Ein weisser Polizist drückte einem schwarzen Verdächtigen sein Knie an den Hals, dieser starb wenig später im Spital. Der Fall in Minneapolis hat Proteste ausgelöst und wird nun vom FBI untersucht.

Der Tod des schwarzen Verdächtigen löst in Minneapolis Proteste aus. (26. Mai 2020)
Der Tod des schwarzen Verdächtigen löst in Minneapolis Proteste aus. (26. Mai 2020)
Keystone/Evan Frost
Der Vorfall wird nun nicht nur intern, sondern auch von der Bundespolizei FBI untersucht.
Der Vorfall wird nun nicht nur intern, sondern auch von der Bundespolizei FBI untersucht.
Keystone/Carlos Gonzalez
Die vier verantwortlichen Polizisten sind entlassen worden.
Die vier verantwortlichen Polizisten sind entlassen worden.
Keystone/Carlos Gonzalez
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Wieder ein schockierendes Video aus den USA: Ein weisser Polizist in der Stadt Minneapolis drückt sein Knie mehrere Minuten lang an den Hals eines schwarzen Verdächtigen, der wiederholt um Hilfe fleht, bevor er das Bewusstsein verliert. Der Afroamerikaner starb kurz danach in einem nahen Krankenhaus. Die Polizei Minneapolis teilte mit, der Vorfall werde nun nicht nur intern, sondern auch von der Bundespolizei FBI untersucht. Der Bürgermeister der Stadt im Bundesstaat Minnesota, Jacob Frey, zeigte sich entsetzt: «Es sollte in Amerika kein Todesurteil sein, schwarz zu sein.»

Die vier in den Fall involvierten Polizisten seien entlassen worden, erklärte Frey am Dienstag über Twitter. Der Mann, George Floyd, hätte nicht sterben dürfen, erklärte Frey. Mit Blick auf das Video sagte er vor Journalisten: «Was wir gesehen haben, ist schrecklich.» Er fügte hinzu: «Was auch immer die Untersuchung ergibt, kann nicht die einfache Wahrheit verändern, dass er heute Morgen noch bei uns sein sollte.» Was die Videos des Vorfalls vom Montagabend zeigten, sei «in jeder Hinsicht falsch». Auch in Washington äusserten sich mehrere Abgeordnete und Senatoren entsetzt.

Die Polizei erklärte, die Beamten seien an den Ort gekommen, um einen Betrugsfall zu untersuchen. Der gut 40 Jahre alte Verdächtige habe Widerstand geleistet. Dann heisst es: «Die Beamten konnten den Verdächtigen in Handschellen bekommen und stellten fest, dass er medizinische Hilfe zu brauchen schien.» Die Beamten hätten daher einen Krankenwagen gerufen. Es blieb jedoch unklar, ob der Mann schon vor dem Vorgehen der Polizisten medizinische Hilfe gebraucht hätte.

Passanten wollen helfen

Ein zehn Minuten langes Video, das auf Facebook bis Dienstagmittag bereits rund 700 000 Mal angesehen worden war, zeigt, wie ein weisser Polizist auf dem Hals des Mannes kniet. Anfangs spricht dieser noch und sagt wiederholt: «Ich kann nicht atmen». Er fordert die Beamten mehrfach auf, ihn loszulassen. Er sagt ihnen auch zu, dann freiwillig ins Polizeiauto einzusteigen. «Ich kann nicht atmen», wiederholt er. Ein Passant fordert die Polizisten wiederholt auf, den Verdächtigen loszulassen.

Der Mann am Boden wird dann zunehmend ruhiger, bevor er das Bewusstsein zu verlieren scheint. «Messt seinen Puls», schreit ein Passant. Sanitäter laden den Mann etwa acht Minuten nach Beginn des Videos in einen Krankenwagen. In dem Video sind zwei Polizisten zu sehen; welche Rolle die beiden ebenfalls entlassenen Beamten spielten, blieb zunächst unklar.

Polizeigewalt gegen Schwarze

Der Anwalt Benjamin Crump erklärte über Twitter, Floyds Familie habe ihn engagiert, um sie in diesem Fall von «missbräuchlicher, exzessiver und unmenschlicher Gewaltanwendung» zu vertreten. Die Polizei müsse zur Rechenschaft gezogen werden.

In den USA kommt es immer wieder zu aufsehenerregenden Fällen von Polizeigewalt gegen Schwarze. Der jüngste Vorfall erinnerte an den ebenso auf Video festgehaltenen Fall des Afroamerikaners Eric Garner. Der damals 43-Jährige wurde 2014 von New Yorker Polizisten zu Boden geworfen; sie drückten ihm die Luft ab, später starb er im Krankenhaus. Garners letzte Worte – «Ich kann nicht atmen» – wurden zu einem Slogan der Bewegung «Black Lives Matter». Diese setzt sich in den USA für Gleichberechtigung von Schwarzen und Weissen und gegen Polizeigewalt ein.

SDA