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CO₂-KompensationSchweiz schliesst mit Peru weltweit erstes Klimaschutz-Abkommen

Das erste bilaterale Abkommen unter dem Klimaübereinkommen von Paris ist unter Dach und Fach. Die beiden Länder nehmen eine Pionierrolle ein – verbunden mit der Hoffnung, einen Standard für internationale Klimaprojekte zu schaffen.

Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga verfolgt neben Botschafter Franz Perrez die Unterzeichnung von Perus Umweltministerin Kirla Echegaray Alfaro des Klimaabkommen Schweiz-Peru.
Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga verfolgt neben Botschafter Franz Perrez die Unterzeichnung von Perus Umweltministerin Kirla Echegaray Alfaro des Klimaabkommen Schweiz-Peru.
Foto: Peter Schneider (Keystone)

Die Schweiz und Peru haben sich auf ein Klimaschutz-Abkommen geeinigt, das es der Schweiz erlaubt, ihre CO₂-Emissionen über Projekte in Peru zu kompensieren. Nach Angaben des Umweltdepartements handelt es sich dabei um eine Weltpremiere.

«Diese Abkommen dient der Schweiz, es dient Peru – und vor allem ist es gut fürs Klima», lässt sich Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga in einer Mitteilung des Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (Uvek) vom Dienstag zitieren.

Die Umweltministerin verfolgte die Unterzeichnung des Abkommens zwischen ihrer peruanischen Amtskollegin, Kirla Echegaray Alfaro, und dem Schweizer Botschafter in Peru, Markus-Alexander Antonietti, via Videokonferenz mit. Der Bundesrat hatte bereits am 14. Oktober grünes Licht gegeben. Das Abkommen soll noch in diesem Jahr in Kraft treten.

Im Gespräch ist beispielsweise ein Projekt, bei dem die Schweiz 200'000 energieeffiziente Öfen in Bergregionen Perus installiert. Mit diesen sollen die Benützer Brennholz einsparen, was den Kohlendioxid-Ausstoss reduziert. Die Verantwortlichen hoffen so auf eine Reduktion von total zwei Millionen Tonnen CO₂.

Pariser Abkommen erlaubt Kompensationen

Die Schweiz hatte sich mit der Unterzeichnung des Pariser Abkommens verpflichtet, ihre Treibhausgasemissionen bis 2030 gegenüber dem Stand von 1990 zu halbieren. Das Ziel soll vor allem mit Massnahmen im Inland erreicht werden, hiess es. Im Ausland sollen 30 bis 35 Millionen Tonnen CO₂ eingespart. Die Schweiz verhandelt auch mit dem afrikanischen Staat Ghana sowie einer Handvoll weiteren Ländern über ein Abkommen.

Doch der Vertrag erlaube auch die Kompensation von CO₂-Emissionen durch Projekte im Ausland. Diese könnten dann an das nationale Reduktionsziel angerechnet werden. Andere Staaten hätten von dieser Möglichkeit aber bisher nicht Gebrauch gemacht.

Klare Kriterien

Mit dem Abkommen verpflichteten sich die beiden Parteien, die doppelte Zählung der Verminderungen zu verhindern. Zudem definiert es klare Rahmenbedingungen für die Übertragung der in Peru erzielten Reduktionen.

Gemäss Uvek hat das Abkommen auch «Pioniercharakter», weil es Kriterien festlege, die sicherstellten, «dass Klimaprojekte die Umwelt nicht belasten, die nachhaltige Entwicklung sicherstellen» und die Menschenrechte beachten.

Sollte ein Verdacht auf eine Verletzung der Menschenrechte oder der nationalen Gesetzgebung bestehen, würde die Übertragung der Reduktionen sofort ausgesetzt. Diese Kriterien würden laufend überprüft.

Das Abkommen wurde von der peruanischen Umweltministerin Kirla Echegaray Alfaro und dem Schweizer Botschafter in Peru, Markus-Alexander Antonietti, unterzeichnet.
Das Abkommen wurde von der peruanischen Umweltministerin Kirla Echegaray Alfaro und dem Schweizer Botschafter in Peru, Markus-Alexander Antonietti, unterzeichnet.
Bundesamt für Umwelt (Bafu)

SDA

37 Kommentare
    Alfred Meyer

    Wo werden diese Hochleistungsoefen gebaut?