BDP verliert in Graubünden einen Regierungssitz

Die BDP geht in Graubünden nur mit einer Einer-Kandidatur in die Regierungsratswahlen. Sie verzichtet auf einen Ersatz für den zurückgetretenen Andreas Felix.

Der einzige BDP-Kandidat für einen Bündner Regierungssitz: Jon Domenic Parolini.

Der einzige BDP-Kandidat für einen Bündner Regierungssitz: Jon Domenic Parolini. Bild: Keystone

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Die BDP Graubünden geht definitiv mit der Einer-Kandidatur von Volkswirtschaftsdirektor Jon Domenic Parolini in die Regierungsratswahlen vom 10. Juni. Einen Ersatz für Kandidat Andreas Felix, der das Handtuch warf, gibt es nicht.

Klar ist damit, dass die BDP einen der zwei Regierungssitze verliert. Die Geschäftsleitung der Kantonalpartei teilte am Montag mit, sie sei zum Schluss gekommen, dass in der verbleibenden Zeit der Aufbau einer seriösen Ersatzkandidatur für Andreas Felix nicht möglich sei. Umso mehr will sich die BDP eigenen Angaben zufolge mit Engagement für die Wahl von Jon Domenic Parolini einsetzen.

Nachdem die Wettbewerbskommission (Weko) den schweizweit bisher grössten Fall von Preisabsprachen im Baugewerbe am Donnerstag bekanntgemacht hatte, trat Felix, der Geschäftsführer des Baumeisterverbandes, Tags darauf als Parteipräsident der BDP Graubünden und als Kandidat für das Regierungsamt zurück.

Fünf Sitze - sechs Männerkandidaturen

Felix betonte stets, der Baumeisterverband und er selber als dessen Geschäftsführer seien an den illegalen Absprachen nicht beteiligt gewesen. Die Wettbewerbskommission hatte letzten Donnerstag darüber informiert, dass sie sieben Unterengadiner Baufirmen wegen illegaler Absprachen mit insgesamt 7,5 Millionen Franken büsst. Es handelt sich um den schweizweit bisher grössten Fall von Preisabsprachen im Hoch- und Tiefbau.

Für die Bündner Regierungsratswahlen vom 10. Juni bedeutet der Entscheid der BDP, nur mit Parolini anzutreten, den Verlust des Regierungssitzes von Finanzdirektorin Barbara Janom. Janom kann aufgrund der Amtszeitbeschränkung für Regierungsmitglieder nicht mehr kandidieren. SP-Regierungsrat Martin Jäger geht in den Ruhestand und verzichtet deshalb auf eine erneute Kandidatur.

Mithin verbleiben sechs Männer, die sich für die fünf Regierungssitze bewerben: Neben Jon Domenic Parolini von der BDP im Rennen sind das Christian Rathgeb (FDP/bisher), Mario Cavigelli (CVP/bisher), Markus Caduff (CVP/neu), Walter Schlegel (SVP/neu) sowie Peter Peyer (SP/neu). (sda)

Erstellt: 30.04.2018, 15:06 Uhr

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