Bischof Koch und Sabo einigen sich

Radikale Kehrtwende von Bischof Kurt Koch: Franz Sabo darf mit bischöflichem Segen wieder in Röschenz tätig sein.

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Bischof Kurt Koch «setzt die über den Priester Franz Sabo verhängte Suspension ausser Kraft und gibt ihm die entzogene Missio canonica zurück und bestätigt ihn als Pfarradministrator in der Pfarrei Röschenz». So lautet der Kernsatz des von Bischof Koch und Franz Sabo gemeinsam unterzeichneten Communiqués von Montag Abend. Koch will gar die Einladung, nächstes Jahr in Röschenz zu firmen, annehmen. Priester Sabo seinerseits «bekundet seine Treue zum katholischen Glauben und seine Loyalität gegenüber dem Bischof von Basel». Er verspricht, bei allfälligen weiteren Problemen den direkten Weg zum Bischof zu suchen und nicht den Weg in die Öffentlichkeit.

Die Versöhnung der beiden Kontrahenten kommt völlig überraschend. Noch vor den Sommerferien hatte Bischof Koch Sabo ultimativ zu Gesprächen aufgefordert, um die «unhaltbare Situation» zu prüfen. Sabo wollte sich dem «inquisitorischen Verhör» vorerst nicht stellen, weil man ihn um jeden Preis loswerden wolle.

Der Konflikt zwischen Sabo und Bischof Koch sowie dessen Generalvikar Pater Roland Trauffer war während Jahren in den Schlagzeilen. Die Bistumsleitung hatte Sabo wegen angeblichen pädophilen Übergriffen begutachten lassen, was sich als gegenstandslos erwies. Sabo beschimpfte Koch unter anderem als «herzlosen Funktionär». Im September 2005 entzog ihm Koch die Missio, die kirchliche Beauftragung, und suspendierte ihn einen Monat später von allen priesterlichen Diensten. Dennoch arbeitete Sabo in Röschenz weiter.

Im September 2007 stellte das Kantonsgericht Basel-Land in einem aufsehenerregenden Urteil fest, dass die Kirchgemeinde Röschenz Sabo nicht kündigen müsse, weil Koch beim Entzug der Missio das rechtliche Gehör von Sabo missachtet habe. Der Bischof wies das Urteil als irrelevant und für ihn in keiner Weise bindend zurück und geisselte die «staatliche Kontrolle und Aufsicht über die Kirche».

Persönliche Gespräche

Gemäss Communiqué haben sich Koch und Sabo im Spätsommer erstmals seit langem zu persönlichen Gesprächen getroffen. Der Weg der Versöhnung werde beschritten, um den jahrelangen Streit zu beenden und das Bistum von dem schweren Konflikt zu entlasten. «Aus diesem Grunde werden über diese gemeinsame Erklärung hinaus in der Öffentlichkeit keine weiteren Informationen über die persönlichen Gespräche zwischen Bischof Kurt Koch und Priester Sabo gegeben.»

Dem Vernehmen nach sollen die Gründe für die plötzliche Einigung in der Persönlichkeitssphäre der in den Konflikt involvierten Personen liegen. Bischof Koch und Generalvikar Roland-Bernhard Trauffer sind zudem seit Monaten gesundheitlich stark angeschlagen. Der Kirchgemeinderat Röschenz, der jahrelang für Sabos Rechte kämpfte, unterstützt die einvernehmliche Lösung vollumfänglich. (cpm/sda)

Erstellt: 29.09.2008, 22:39 Uhr

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