Burkhalter fordert Korridor, um Leichen zu identifizieren

Bundespräsident Didier Burkhalter sprach in einem Fernsehinterview über den Absturz in der Ukraine und seine nächsten Schritte als OSZE-Vorsitzender.

Im Fernsehinterview sagte Didier Burkhalter, Ziel sei es an die Flugschreiber zu gelangen. Diese befinden sich zur Zeit in den Händen der prorussischen Separatisten.

Im Fernsehinterview sagte Didier Burkhalter, Ziel sei es an die Flugschreiber zu gelangen. Diese befinden sich zur Zeit in den Händen der prorussischen Separatisten. Bild: RTS

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In einem Interview des Westschweizer Fernsehens RTS hat sich Bundespräsident und Vorsitzender der OSZE, Didier Burkhalter, erstmals zu dem Flugzeugunglück in der Ukraine geäussert. «Das ist eine sehr grosse Trägodie und ein weiterer Schock für die Ukraine», sagte Burkhalter. Gleichzeitig kondolierte er den Angehörigen der Todesopfer und sagte, er habe heute morgen der Niederlande telefonisch seine Anteilnahme ausgedrückt.

Burkhalter sagte, als OSZE-Vorsitzender setze er sich für eine unabhängige Untersuchung ein. Ohne Aufklärung seien keine Schlussfolgerungen über das Unglück möglich. Der Bundesrat sprach sich zudem für einen Hilfskorridor beim Absturzort aus. Dieser soll ermöglichen, die Leichen zu identifizieren, aber auch die Absturzursache zu untersuchen. «Die Schweiz hat der Ukraine angeboten, ein Team für die Identifizierung der Leichen in die Ostukraine zu schicken», sagte Burkhalter. Das Team sei innerhalb von 48 Stunden einsatzbereit. Ebenfalls biete die Schweiz Unterstützung im Bereich Laborarbeit an. Mögliche weitere Unterstützung könnte auch die Aviatik-Untersuchungen oder Sprengstoff-Analyse betreffen.

In einer Mitteilung des Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) heisst es, Voraussetzung für alle Unterstützungsleistungen der Schweiz sei, dass jeweils eine Einladung der ukrainischen Behörden vorliege und die Sicherheit der Expertinnen und Experten gewährleistet sei.

Zugriff auf die Flugschreiber

Rund 30 Beobachter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) würden zur Absturzstelle gehen, angeführt von einem Schweizer, so Burkhalter weiter. Sie würden versuchen, die Ermittlungsarbeiten zu erleichtern.

Darüber verhandle die OSZE noch mit den prorussischen Separatisten, die das Gebiet kontrollieren. Die Verhandlungen dauerten an. Die OSZE habe für (heute) Freitag zwei Videokonferenzen organisiert. Ausserdem gehe es für die OSZE darum, Zugriff auf einen der Flugschreiber der Maschine der Malaysia Airlines zu bekommen, der sich derzeit in den Händen der Aufständischen befinde.

Burkhalter wies auf die Gefährlichkeit des Ukraine-Konflikts für ganz Europa hin. Die Strategie der OSZE sei es, den Dialog und die Entwaffnung zu fördern. Auch wolle die Organisation eine Dezentralisation der Macht in der Ukraine und Rücksicht auf die Minderheiten im Lande. «Aber der Entscheid liegt bei den Ukrainern», sagte Burkhalter.

(czu/sda)

Erstellt: 18.07.2014, 14:41 Uhr

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