Politiker schütteln wegen Jusos den Kopf

Die Juso will die Eingänge von UBS-Filialen an der Bahnhofstrasse und am Paradeplatz blockieren – falls Manager keine Boni zurückzahlen. Die CVP verurteilt die Juso als dumm und verantwortungslos.

Auf dem Weg zur proletarischen Revolution: Eine Delegagation der Juso in der UBS-Filiale an der Zürcher Bahnhofstrasse.

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Mit Fahnen und einem Ultimatum in der Tasche marschierte die Juso heute Morgen kurz nach 9 Uhr bei der UBS in der Zürcher Bahnhofstrasse auf. Mit dabei war neben Präsident Cédric Wermuth auch Marco Kistler, Mitglied der Juso-Geschäftsleitung. Das Ultimatum gaben sie beim Empfang ab.

Gegenüber Tagesanzeiger.ch/Newsnet präzisiert Kistler noch einmal die Forderungen der Jungsozialisten: Die UBS soll die überrissenen Boni zurückfordern, keine Löhne mehr über eine halbe Million Franken auszahlen und vor allem keine Parteienfinanzierung mehr betreiben. Geht die UBS auf die Forderung nicht ein, «werden wir friedliche Protest-Mittel, wie zum Beispiel Blockaden organisieren», droht Kistler.

Die Juso wollen schon am Donnerstag die Eingänge der UBS-Filiale am Paradeplatz oder an der Bahnhofstrasse friedlich besetzen. 50 bis 100 Personen werden laut Präsident Cédric Wermuth an der Aktion teilnehmen.

Vertrauen schaffen und nicht durchdrehen

Die Aktion stösst jetzt aber auf heftige die Kritik. «Die Hektik, welche die SP verbreitet um die UBS ist bar jeglichem Verantwortungsbewusstsein und dumm», findet zum Beispiel CVP Informationschefin Marianne Binder. Jetzt müsse man vor allem Vertrauen schaffen. «Und das schafft man nicht wenn man durchdreht.» Denn immerhin gehe es um unsere Arbeitsplätze und um die Stabilität unseres Wirtschaftsstandortes. Mit billiger Wahlkampfrhetorik Unsicherheit verbreiten zu wollen und gar Bankfilialen besetzen, zeige vor allem eines: «Der SP geht es nicht um die Sache, es geht ihr einmal mehr um sich selbst.» Das ist für Partei, welche von sich sagt, sie sei staatstragend höchst bedenklich.

Die UBS selber meint zum Ultimatum der Juso:«Wir nehmen es zu Kenntnis und bleiben gelassen», sagt Mediensprecherin Rebeca Garcia.

Erstellt: 21.10.2008, 15:01 Uhr

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