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«Die Leute haben Drohbriefe vom Konzernchef bekommen»

Trotz Niederlage: Die Stimmung bei den Jungsozialisten ist gut. Tagesanzeiger.ch/Newsnet wollte von Präsident David Roth und 1:12-Unterstützern wissen, ob es nur Zweckoptimismus ist.

Optimistisch trotz verlorener Abstimmung: Juso-Präsident David Roth.
Video: Jan Derrer

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Es ist laut im Kulturzentrum Gaskessel in Bern. Still wird es nur, wenn SRF auf Sendung geht. Oder wenn David Roth sich lächelnd für den Einsatz bedankt und verspricht, dass der Kampf für mehr Lohngerechtigkeit weitergeht.

Seit gestern feiern im Gaskessel die Jungsozialisten ihren Kampf für die 1:12-Initiative. Ein verlorener Kampf. Obwohl die meisten bis in den Morgen feierten, herrscht keine Katerstimmung. «Wir hätten uns natürlich eine Fünf vor der Vier gewünscht. Aber trotzdem sind wir mit diesen 34 Prozent zufrieden», sagt SP-Nationalrat Cédric Wermuth. Die Juso hätten die Diskussion über die Verteilungsgerechtigkeit angeschoben. Bisher sei diese Diskussion tabu gewesen. «Ich denke, wir brauchen noch 10 bis 15 Jahre, um das Ziel der Lohngerechtigkeit zu erreichen», sagt Wermuth. «Als Nächstes konzentrieren wir uns auf die Themen Mindestlohn, Erbschaftssteuer und Pauschalbesteuerung.»

«Man könnte fast zufrieden sein»

«Wir haben viel erreicht, wir konnten als Jungpartei eine wichtige Diskussion starten», sagt stolz die 21-jährige Salome Trafelet. Sie ist für die Juso aktiv als Vorstand im Kanton Bern. Auch der 19-jährige städtische Angestellte Alessio Marti von der Juso Zürich zeigt sich als optimistischer Verlierer: «Es ist eine Leistung, man könnte fast zufrieden sein. Emotional bin ich enttäuscht, rational nicht.» Sein Tischnachbar Hannes Brühlmann fügt bei: «Gewissen Kreisen haben wir ganz schön Angst eingejagt.» Der Gärtner engagiert sich in der Juso Winterthur.

Die 18-jährige Kantischülerin und Juso-Sympathisantin Viviane Schindler aus Appenzell Ausserrhoden hingegen ist enttäuscht: «Es ist brutal, wie die Gegner mit ihrem Geld die Meinung beeinflussen konnten.»

(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 24.11.2013, 14:47 Uhr

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