Doris Leuthard exklusiv: «Ich will wissen, was da abgeht»

Die Bundesrätin spricht auf Tagesanzeiger.ch/Newsnet über ihre geplante Reise zu Roma-Vertretern in Rumänien.

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Frau Leuthard, wieso wollen Sie Roma-Vertreter treffen?
Ich will mich vor Ort kundig machen, wie es um diese Menschen steht. Ich will nicht nur die Sicht der rumänischen Minister hören.

Wen werden Sie in Rumänien treffen?
Die Präsidentin der grössten Nichtregierungs-Organisation der Roma. Sie vertreten die Rechte der Roma und stellen sich als Mediatoren bei Konflikten zur Verfügung.

Gibt es denn einen Konflikt?
Offenbar ist die Stellung der Roma innerhalb der rumänischen Gesellschaft keine leichte.

Warum reden Sie nicht direkt mit dem König der Roma?
Der in Schweizer Medien als König der Roma bekannt gewordene Mann, ist kaum der richtige Ansprechpartner.

Wo soll denn dieses Treffen stattfinden?
In Bukarest. Ich reise Anfang September in die rumänische Hauptstadt.

Haben Sie Angst, dass wegen der Personenfreizügigkeit viele Roma in die Schweiz kommen?
Nein. 2006 wanderten gerade mal 600 Personen aus Rumänien in die Schweiz ein, 247 gingen zurück. Ich will wissen wo die Probleme der Roma sind. Werden mit der Personenfreizügigkeit mehr Roma in die Schweiz kommen? Ich gehe nicht davon aus, dass sich aufgrund der Personenfreizügigkeit etwas an der aktuellen Situation ändert.

Die Junge SVP sammelt Unterschriften für das Referendum. Sie schüren die Angst vor kriminellen Roma. Was sagen Sie dazu?
Auch heute können ja Personen aus Rumänien problemlos bis zu drei Monaten in unser Land einreisen. Wir haben trotzdem weder eine starke Zuwanderung noch sonst ein Problem.

Warum wollen Sie dann mit Roma-Vertretern reden?
Wir haben ein Interesse über deren Situation in der Heimat informiert zu sein, dies auch angesichts der Situation in Italien. Daher ist es mir wichtig, dass ich mir ein klares Bild machen kann, was da abgeht und ob wir auf Kontinuität setzen können.

Was können Sie für die Roma tun?
Möglich wäre eine gezielte Unterstützung einzelner Projekte im Bereich Integration oder Sicherheit im Rahmen der künftigen Kohäsionsfinanzierung durch die Schweiz.

(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 02.09.2008, 17:17 Uhr

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