Er denkt an alles, auch an das Schlimmste

Der Solar-Impulse-Pilot André Borschberg wird als Ehrenbürger der Stadt Nyon um die Welt fliegen.

Nyons neuer Ehrenbürger André Borschberg in einem Prototyp der Solar Impulse. Foto: Jean Revillard (Rezo)

Nyons neuer Ehrenbürger André Borschberg in einem Prototyp der Solar Impulse. Foto: Jean Revillard (Rezo)

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Der Countdown läuft. Am 1. März soll das Flugzeug Solar Impulse 2 in Abu Dhabi zur ersten von zwölf Etappen der Weltumrundung abheben. Erst Ende Juli soll die Expedition enden. 35'000 Kilometer Flugdistanz liegen vor André Borschberg, der das Solarflugzeug abwechselnd mit Bertrand Piccard pilotieren wird. Gerade weil beide Piloten aus der Waadt stammen, ist die Identifikation mit dem Projekt Solar Impulse in der Westschweiz besonders hoch.

Gestern weilte Borschberg noch einmal in seiner Heimatstadt Nyon. Nur für wenige Stunden zwar, aber aus speziellem Anlass. Das Stadtparlament hatte vor einer Woche spontan und einstimmig beschlossen, Borschberg die Ehrenbürgerschaft zu verleihen. Die Urkunde wurde dem 62-Jährigen gestern Mittag in einer kurzfristig organisierten Feier übergeben. Dieselbe Ehre wurde in den letzten 300 Jahren der Stadtgeschichte nur zehn Personen zuteil. Sie bekamen die Auszeichnung jeweils nach Vollendung ihres Lebenswerks. Die entscheidende Prüfung steht Borschberg mit ­Solar Impulse zwar noch bevor, aber für Stadtpräsident Daniel Rossellat sind dessen Leistungen bereits heute «unglaublich, ja herausragend». 26 Stunden am Stück sei er im Solarflugzeug unterwegs gewesen – nach über zehn Jahren Planungs- und Konstruktionszeit, sagte Rossellat. «Die Auszeichnung als Ehrenbürger von Nyon soll Borschberg Mut machen, das Projekt erfolgreich zu Ende zu führen, selbst wenn er dafür mehr Zeit als geplant braucht.»

Yoga im Cockpit

In Nyon zweifelt niemand daran, dass die Waadtländer Borschberg und Piccard die ersten Menschen sein werden, denen es gelingt, mit Solarenergie angetrieben um die Welt zu fliegen. Borschberg demonstrierte bei der gestrigen Feier im Schloss Nyon vor allem eines: Gelassenheit. Zwar gestand er: «Der Druck ist gross. Man denkt an viele Dinge und alle Eventualitäten, also auch daran, was während der Reise alles Schlimmes passieren kann.» Aber er betonte: «Man muss auf alle Eventualitäten vorbereitet und stets bereit sein, auf alle Unwägbarkeiten flexibel zu reagieren.»

Im Grunde begann der ehemalige Kampfjetpilot der Schweizer Armee seine physische und mentale Vorbereitung für die kommenden Wochen und Monate, als das Projekt Solar Impulse noch gar nicht in Sichtweite war. Seit 15 Jahren betreibt Borschberg nämlich intensives Yoga. Er sagt, er sei in der Lage, seinen Körper über die Atmung so zu steuern, dass er ihm Energie zufügen, er aber auch relaxen könne. Diese Techniken kann er im Cockpit, in dem er Tage und Nächte ununterbrochen unterwegs sein und eine Sauerstoffmaske benö­tigen wird, bestens gebrauchen. ­Alleine die Etappe von der südchinesischen Stadt Najing nach Hawaii werde fünf Tage und Nächte dauern, «je nach Wetter- und Windverhältnissen sogar einen Tag länger», sagte der 62-Jährige gestern. Noch haben die Piloten offen­bar nicht entschieden, wer welche Routen fliegen wird. Für Borschberg kein Problem. Er ist auf alles vorbereitet.

Erstellt: 09.02.2015, 20:23 Uhr

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