Fahrende dürfen vorerst in Nidau bleiben

Die Städte Biel und Nidau kommen den Fahrenden entgegen und erlauben ihnen für weitere zehn Tage in Nidau zu bleiben.

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Die protestierenden Fahrenden dürfen insgesamt zehn Tage auf dem besetzten Gelände in Nidau bei Biel bleiben, also bis kommenden Montag (5. Mai). Darauf haben sich Nidau als Standortgemeinde, Biel als Gelände-Besitzerin und die Protestierenden geeinigt. Die Behörden wollten den Fahrenden Gelegenheit für eine Verschnaufpause geben, sagte die Nidauer Stadtpräsidentin Sandra Hess vor den Medien. Der Vertreter der Fahrenden zeigte sich sehr zufrieden mit dem Verhandlungsergebnis.

Die Fahrenden hatten am vergangenen Dienstag ein Protestcamp auf der Kleinen Allmend in Bern errichtet, um auf den Mengel an Stellplätzen aufmerksam zu machen. Die Stadt liess das Gelände am Donnerstag räumen, weil sie den Platz für die Frühlingsmesse BEA benötigte. Darauf zogen die Jenischen via Kirchberg nach Nidau weiter. Dort liessen sie sich auf dem ehemaligen Expogelände nieder, das der Stadt Biel gehört.

Ein Ultimatum liessen sie verstreichen. Rund 70 Wagen befinden sich auf dem Platz in der Nähe des Bielersees. Eine weitere Gruppe von Jenischen zog mit 15 bis 20 Wagen nach Pruntrut JU weiter.

Miete vereinbart

Die Fahrenden in Nidau trafen sich heute nachmittag zu Verhandlungen mit den Behörden. Dabei wurde ihnen ein Aufenthalt auf dem ehemaligen Expo-Gelände für insgesamt zehn Tage bewilligt.

Die Jenischen verpflichteten sich, eine Miete zu bezahlen, das Gelände bei ihrem Abzug in den ursprünglichen Zustand zu versetzen und die Infrastruktur wieder instandzustellen.

Neuhaus gefordert

Die Behörden von Biel und Nidau «anerkennen die Schwierigkeiten der Gemeinschaft der Schweizer Jenischen, geeignete Standplätze zu finden», wie sie in einem Communiqué betonten. In diesem Sinn nahmen sie nach eigenen Angaben Kontakt mit dem bernischen Regierungspräsidenten Christoph Neuhaus auf.

Dieser solle sich mit den Jenischen so rasch als möglich treffen und eine kurzfristige Lösung finden, «bis eine langfristige Lösung der Problematik vorliegt». Die Städte Biel und Nidau erwarten vom Kanton, dass dieser sich entschieden für die Lösung des Problems einsetze, das er in einem Bericht von 2005 förmlich anerkannt habe. (ldc/sda)

Erstellt: 28.04.2014, 14:02 Uhr

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