Kommt Trump ab Kloten mit dem Heli?

Das detaillierte WEF-Sicherheitsdispositiv ist geheim – welche Fakten trotzdem bekannt sind.

Donald Trump plant einen Besuch am WEF: Jetzt sind die Sicherheitsfachleute gefragt.

Donald Trump plant einen Besuch am WEF: Jetzt sind die Sicherheitsfachleute gefragt. Bild: Reuters

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Was bedeutet die Ankündigung des Besuchs Trumps für das Sicherheitsdispositiv?
Das detaillerte Sicherheitsdispositiv ist natürlich geheim. Die Stadtpolizei Zürich erklärte gestern Abend lediglich, man werde wie immer beim WEF eine Lagebeurteilung durchführen und dann über ein entsprechendes Sicherheitsdispositiv entscheiden. Schon die WEF-Teilnahme des chinesischen Staatspräsidenten im letzten Jahr stellte aus Sicht der Sicherheitsorgane eine «zusätzliche Herausforderung» dar. Damals sind die erforderlichen Massnahmen in Absprache mit den Chinesen definiert worden. Auch die Amerikaner dürften mit einem riesigen Tross anreisen, bei Clintons Besuch waren es 1500 Personen.

Wie sind die Schweizer Sicherheitskräfte aufgestellt?
Für den Schutz von Staatsoberhäupten ist die Kantonspolizei Graubünden zuständig. Die Bündner Kantonspolizei wird bei all ihren Aufgaben von Polizeikräften aus der ganzen Schweiz und aus dem Fürstentum Liechtenstein unterstützt. Die Anzahl Polizisten wird nicht bekanntgegeben, dürfte aber bei zirka Tausend Mann liegen. Weil die verfügbaren zivilen Kräfte nicht ausreichen, um die Sicherheit zu gewährleisten, leistet zudem die Armee einen subsidiären Einsatz. Insgesamt waren im letzten Jahr knapp 5000 Armeeangehörige im Einsatz, zu 93 Prozent Milizsoldaten.

Die Gewährleistung der Sicherheit dürfte 9 Millionen Franken kosten.

Wird Davos hermetisch abgeriegelt?
Das wäre das erste Mal. Trotz des Besuchs von Xi wurde wurde das Dispositiv diesbezüglich im Grossen Ganzen seit 2016 nicht verändert. Die zwei Zufahrtswege durch das Prättigau und das Landwassertal werden kontrolliert, vier Sicherheitszonen im Ort können nur mit Bewilligung betreten werden. Für die Sicherung des Luftraums ist die Luftwaffe zuständig. Diese verstärkt während der Dauer des WEF ihren Luftpolizeidienst.

Wie teuer ist die Sicherheit?
Die Gewährleistung der Sicherheit dürfte rund 9 Millionen Franken kosten. Bereits 2016 war das vereinbarte Kostendach von 8 Millionen Franken wegen der erhöhten Bedrohungslage überschritten worden. Davon übernimmt das WEF zwei Millionen, den Rest bezahlen in der Regel der Bund, der Kanton Graubünden und die Gemeinde Davos.

Wie reist Trump ab Kloten an?
WEF-Gäste mit dem Status «völkerrechtlich geschützt» werden ab dem Flughafen Zürich durch die Schweizer Armee per Helikopter nach Davos geflogen. Dazu zählen ausländische Personen wie Staatsoberhäupter, Regierungschefs oder Mitglieder amtierender Regierungen. Also auch Trump. Allerdings setzten US-Präsidenten im Ausland meistens auf einen eigenen Helikopter, wenn nicht gar mehrere davon. Der erste US-Präsident, der das WEF besuchte, Bill Clinton, verzichtete auf der Rückreise allerdings auf den Helikopter zugunsten einer Limousine - legendär ist die Anekdote, weil er zum Schrecken der Sicherheitsleute spontan an der Raststätte Glarnerland Halt machte, um eine Pizza zu essen. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 09.01.2018, 21:17 Uhr

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