Mit Olivenkernen ist zu rechnen

Das Bundesgericht hat in zwei neuen Fällen von Alltagsrisiken zugunsten der Versicherer entschieden.

Olivensteine sind nach der Meinung des Bundesgerichts eine alltägliche Gefahr: Ein Tisch mit Sommersalat und einer Schale Oliven.

Olivensteine sind nach der Meinung des Bundesgerichts eine alltägliche Gefahr: Ein Tisch mit Sommersalat und einer Schale Oliven. Bild: Albert Gea /Reuters

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1. Die Olive im Salat

Wer auf eine nicht entsteinte Olive beisst, die in einem grünen Salat versteckt war, und sich dabei einen Zahn verletzt, bekommt von der Unfallversicherung kein Geld für die Zahnreparatur.

Für das Bundesgericht ist eine grüne Olive in einem grünen Salat nichts Aussergewöhnliches. Das gehe nicht über das Alltägliche und Übliche hinaus. Wie häufig grüne Oliven in einem grünen Salat serviert würden, sei dabei nicht ausschlaggebend. Auf jeden Fall liege kein Unfall vor.

Übersah die nicht entsteinten Oliven

Betroffen von diesem Entscheid ist eine Frau, deren 17-jähriger Sohn im November 2013 einen grünen Salat zum Mittagessen zubereitete. Dabei verwendete er auch nicht entsteinte Oliven, welche die Mutter übersah. Die bundesgerichtliche Rechtsprechung bezüglich Zahnschäden infolge eines Bisses auf ein hartes Objekt ist damit um einen Fall reicher geworden.

Das Bundesgericht hat sich schon etliche Male mit abgebrochenen Zähnen infolge harter Gegenstände in Speisen befassen müssen. Sogar auf der Website der Kantonszahnärzte findet sich eine Auflistung der Fälle.

2. Der Sprung mit dem Dirt-Bike

Die Suva hat einem Strassenbauer, der sich das Handgelenk beim Dirt-Biken gebrochen hatte, die Taggelder um die Hälfte reduziert. Gemäss Bundesgericht ist dies rechtens, weil der Versicherte ein Risiko eingegangen ist, das sich nicht auf ein vernünftiges Mass reduzieren lässt.

Damit fällt das Dirt-Biken, bei welchem akrobatische Sprünge mit dem Fahrrad gemacht werden, in die gleiche Kategorie wie Autobergrennen, Motorradrennen, Boxwettkämpfe, Speedflying oder Basejumping.

Das Bundesgericht geht in seiner Rechtsprechung davon aus, dass diese Sportarten mit grossen Gefahren für Leib und Leben verbunden sind. Das Risiko lasse sich nicht auf ein kalkulierbares Niveau senken.

Reiz der hohen Sprünge

Beim Dirt-Biking kommt es gemäss Bundesgericht nicht darauf an, ob der Sport nur als Hobby oder wettkampfmässig betrieben wird. Ziel des Sportlers sei es, einen möglichst spektakulären Sprung ausführen zu können. Dafür würden ein bis vier Meter hohe Erdhügel und Rampen als Schanze verwendet.

Der Umstand, dass sich der Fahrer durch die Metallteile des Velos verletzen könne, erhöhe das Risiko. Dadurch unterscheide sich das Dirt-Biken vom Snowboarden in der Halfpipe, wie das Bundesgericht festhält.

Auch bei einer Halfpipe sei mit Stürzen zu rechnen. Ein verunglückter Sprung in der Halfpipe ende in der Regel jedoch an der steilen Stelle der Pipe, weshalb er «glimpflicher verläuft als beim Dirt-Jump».

«Nichts Wagemutiges»

Der betroffene Hobbybiker hatte sich im Februar 2014 im Hammerpark in Lenzburg verletzt. Nach einem, gemäss Urteil des Kantonsgerichts Luzern, nicht wagemutigen Sprung hatte er bei der Landung die Kontrolle verloren und stürzte.

Das kantonale Gericht hatte die Kürzung der Taggelder durch die Suva aufgehoben. Es war in seinem Urteil zum Schluss gekommen, dass Dirt-Biken mit Rollbrettfahren oder Snowboardabfahrten vergleichbar sei. Wenn der Sport nur hobbymässig und ohne Forcieren besonderer akrobatischer Einlagen ausgeübt werde, könne nicht gesagt werden, er sei mit grossen Gefahren für Leib und Leben verbunden. (rsz/sda)

Erstellt: 12.02.2015, 15:25 Uhr

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