SBB verbieten E-Zigaretten

In einem Monat darf man keine E-Zigaretten in Zügen, Bussen, Trams und Schiffen mehr rauchen. Die Glimmstängel stinken zwar nicht, doch es gibt andere Gründe dagegen.

Bald nur noch im Freien erlaubt: Eine Frau zieht an einer E-Zigarette.

Bald nur noch im Freien erlaubt: Eine Frau zieht an einer E-Zigarette. Bild: Amin Akhtar/Keystone

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Wer mit einer E-Zigarette erwischt wird, muss vom 15. Dezember an 25 Franken Busse bezahlen. Beim Bund wird eine Regelung für den Umgang mit nikotinhaltigen E-Zigaretten geprüft.

Die Regelung in öffentlichen Verkehrsmitteln schaffe Rechtssicherheit, sagte Roger Baumann, Sprecher des Verbandes öffentlicher Verkehr (VöV) am Dienstag in der Sendung «Espresso» von Schweizer Radio SRF 1. Für Zugbegleiter sei es nicht kontrollierbar, ob jemand eine herkömmliche Zigarette oder eine E-Zigarette rauche.

E-Zigaretten bereiteten kaum Probleme

Die SBB begrüssen die klare Regelung, auch wenn E-Zigaretten im Bahnalltag kaum Probleme verursachen, wie Sprecher Reto Schärli auf Anfrage sagte. Die SBB forderten Raucherinnen und Raucher von E-Zigaretten bereits heute auf, die Zigarette auszuschalten. Die meisten Fälle liessen sich in Minne und mit Kulanz lösen, sagte Schärli.

In Restaurationsbetrieben gibt es keine konkrete Regelung zu E-Zigaretten, wie es bei Gastro Suisse hiess. Jeder gastgewerbliche Unternehmer könne selbst entscheiden, ob er Raucher mit E-Zigaretten akzeptiere oder nicht. E-Zigaretten scheinen indes weitestgehend kein Thema zu sein, denn beim Verband lägen keine Reaktionen oder Reklamationen seitens der Betriebe vor.

Auf Swiss-Flügen waren sie nie erlaubt

Auf Swiss-Flügen sind E-Zigaretten seit jeher verboten. «Sie fallen unter das generelle Rauchverbot an Bord», sagte Sprecherin Myriam Ziesack. Crewmitglieder und Mitreisende könnten nicht auf den ersten Blick sehen, ob jemand eine E-Zigarette oder eine gewöhnliche Zigarette im Mund habe. «Das könnte zu Unruhe in der Kabine führen.»

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) stellt fest, dass der Konsum von E-Zigaretten in der Schweiz steigt, vor allem unter jungen Leuten, wie Sprecher Daniel Bach sagte. Das Lebensmittelgesetz verbietet zwar den Handel mit nikotinhaltigen E-Zigaretten. Der Konsum im Eigenbedarf ist aber erlaubt.

Weil Konsumenten ihre Ware im Ausland einkauften, gebe es keine Angaben zu den Mengen von importierten E-Zigaretten. Und weil der Konsum der elektronischen Zigaretten im Lebensmittelrecht geregelt ist, werden sie von der Gesetzgebung zum Schutz vor dem Passivrauchen nicht erfasst.

Unklar, ob Passivrauchen von E-Zigis schädlich ist

Wie schädlich das Passivrauchen in der Umgebung einer E-Zigarette ist, ist laut Bach noch weitgehend unbekannt. Man wisse jedoch, dass Nikotin, Krebs erzeugende Substanzen und Flüssigkeitspartikel in die Luft gelangten. Von daher könnte es durchaus zu Belastungen für die Gesundheit kommen.

Auch zur Frage, ob E-Zigaretten junge Menschen zum Rauchen animierten oder dazu, später auf konventionelle Zigaretten umzusteigen, seien noch keine verlässlichen Aussagen möglich.

Bund prüft rechtliche Regelung

Beim Bund wird geprüft, ob der Umgang mit nikotinhaltigen E-Zigaretten - zum Beispiel Herstellung, Deklaration oder Werbung - im Rahmen der ohnehin anstehenden Revision des Tabakproduktegesetzes rechtlich geregelt werden soll.

«Eine Option wäre, die E-Zigaretten herkömmlichen Zigaretten gleichzustellen», sagte Bach. Vorgesehen sei, die Vernehmlassung in der ersten Jahreshälfte 2014 zu eröffnen.

Raucher inhaliert dampfende Flüssigkeit

E-Zigaretten sind keine Glimmstengel, sondern «Dampfstengel»: Sie bestehen nach Angaben des BAG aus einem elektrisch betriebenen Zerstäuber, einem Akku und einem Mundstück mit auswechselbarer Patrone. Diese enthält eine Flüssigkeit, die das Nikotin enthält.

Beim Ziehen an der Zigarette leuchtet eine Diode auf, ein Sensor aktiviert den Zerstäuber und erhitzt die Flüssigkeit, so dass diese verdampft und inhaliert werden kann.

Der Bundesrat befreite nicht nikotinhaltige E-Zigaretten – sie dürfen in der Schweiz vertrieben werden – per 1. April 2013 von der Tabaksteuer. Damit erfüllte er einen Auftrag des Parlaments. (gb/sda)

Erstellt: 12.11.2013, 17:04 Uhr

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