Schweizer stehen hinter der Armee

Trotz des Neins zum Gripen: Der Rückhalt der Armee in der Bevölkerung ist so gross wie seit 20 Jahren nicht mehr. Sie würde den Schwerpunkt der Verteidigungspolitik aber anders setzen als die Armeespitze.

70 Prozent der Befragten wünschen eine intensivere Vermittlung der Schweiz bei Konflikten: Swisscoy-Soldaten während der Ausbildung für ihren Einsatz im Kosovo. (5. März 2014)

70 Prozent der Befragten wünschen eine intensivere Vermittlung der Schweiz bei Konflikten: Swisscoy-Soldaten während der Ausbildung für ihren Einsatz im Kosovo. (5. März 2014) Bild: Keystone

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Die Schweizer Bevölkerung hat eine positive Einstellung zur Armee – deutlich positiver als in früheren Jahren. Zu diesem Schluss kommt die Studie «Sicherheit 2014» der ETH Zürich. 80 Prozent der Befragten erachten demnach eine Armee für notwendig. In den letzten zwanzig Jahren war dieser Wert noch nie so hoch.

Jeweils 61 Prozent sprechen sich für die Milizarmee und gegen die Abschaffung der Wehrpflicht aus. Ein so hoher Wert war seit den 90er-Jahren nicht mehr gemessen worden. 70 Prozent wünschen sich eine gut ausgerüstete Armee.

Bedroht sieht sich die Schweizer Bevölkerung aber nur in geringem Masse. Die Resultate der diesjährigen Studie zeigten, dass sie sich weiterhin sehr sicher fühle und zuversichtlich in die Zukunft schaue, schreiben die Verfasser.

Angst vor Cyberangriffen

Für relativ wahrscheinlich halten die Schweizerinnen und Schweizer eine Bedrohung durch einen Cyberangriff. Dahinter rangieren die Bedrohung durch Verbrechen, organisierte Kriminalität und Migration. Bei der Einschätzung der Bedrohung durch Migration vermuten die Autoren einen Einfluss des Abstimmungskampfes über die Masseneinwanderungsinitiative.

Entsprechend der erwarteten Bedrohungen schätzt die Bevölkerung auch die Bedeutung der künftigen Aufgaben der Armee ein:

Wieder stärker gefordert werden in diesem Jahr laut der Studie sowohl eine wirtschaftliche und politische als auch eine verteidigungspolitische Autonomie. Vier von fünf Befragten sind der Ansicht, dass die Schweiz wirtschaftlich und politisch möglichst unabhängig von anderen Staaten bleiben sollte.

Einen Beitritt zur EU befürworten wie im Vorjahr lediglich 17 Prozent. 34 Prozent wünschen sich eine politische Annäherung an die EU, 2 Prozent weniger als im Vorjahr. Breit akzeptiert wird dagegen eine wirtschaftliche Annäherung an die EU: 81 Prozent möchten, dass die Schweiz die wirtschaftliche Zusammenarbeit mit der EU verstärkt, ein Prozent mehr als im Vorjahr.

Mehrheit will keine militärischen Kooperationen

Die militärische Autonomie ist umstrittener, wird aber stärker gefordert als in früheren Jahren: 52 Prozent sind der Meinung, dass sich die Schweiz nur auf ihre eigene Landesverteidigung verlassen sollte. 70 Prozent wünschen eine intensivere Vermittlung der Schweiz bei Konflikten.

Die jährlich erscheinenden Sicherheitsstudien erstellt die Militärakademie an der ETH Zürich in Zusammenarbeit mit dem Center for Security Studies der ETH. Sie stützen sich auf repräsentative Befragungen der Stimmbevölkerung. Die diesjährige Datenerhebung fand im Januar bei 1200 Stimmberechtigten in allen drei Sprachregionen durch das Meinungsforschungsinstitut Isopublic statt. (ldc/sda)

Erstellt: 30.05.2014, 11:18 Uhr

Umfrage

Was wird in Zukunft die Hauptaufgabe der Schweizer Armee sein?

Katastrophenhilfe.

 
33.5%

Terrorismusabwehr.

 
16.5%

Verteidigung im Kriegsfall.

 
30.7%

Abwehr von Cyberkriegsführung.

 
15.8%

Andere Aufgaben.

 
3.4%

671 Stimmen


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