Vitus Huonder tritt erst in zwei Jahren ab

Der Papst hat den Rücktritt des umstrittenen Churer Bischofs angenommen. Dieser darf gehen – allerdings erst an Ostern 2019.

Der Bischof ist dankbar und gerührt: Papst Franziskus und Bischof Vitus Huonder bei einem Treffen Ende letzten Jahres im Vatikan. (17. Dezember 2016).

Der Bischof ist dankbar und gerührt: Papst Franziskus und Bischof Vitus Huonder bei einem Treffen Ende letzten Jahres im Vatikan. (17. Dezember 2016). Bild: L'Osservatore Romano/Keystone

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Vitus Huonder hatte an seinem 75. Geburtstag, dem 21. April dieses Jahres, dem Papst gemäss Vorschriften des kirchlichen Rechts den Rücktritt als Diözesanbischof angeboten. Inzwischen habe der Papst entschieden, teilte das Bistum am Donnerstag mit. Er nahm den Rücktritt des 75-Jährigen zwar an, aber erst auf Ostern 2019.

Der Entscheid Roms entspricht jenem beim Rücktritt von Huonders Vorgänger im Amt, Bischof Amédée Grab. Grab blieb bis zur Vollendung seines 77. Altersjahres Churer Bischof und wirkte danach, bis zur Amtsübergabe an Huonder, als Apostolischer Administrator.

Huonder «gerührt»

In einem Brief an alle Mitarbeitenden des Bistums schrieb Huonder, der Vertrauensbeweis des Papstes habe ihn «gerührt und mit grosser Dankbarkeit erfüllt». Er sei dankbar dafür, dass Papst Franziskus mit seiner «Entscheidung für unser Bistum auf Kontinuität setzt».

Huonder teilte zudem mit, er werde gerne weiter all seine Kräfte einsetzen, um den Hirtendienst zusammen mit allen Mitarbeitenden fortzusetzen, «zum Heil der Seelen und zum Wohl der Kirche von Chur».

Seit zehn Jahren im Amt

Der Bündner Oberländer Vitus Huonder ist seit knapp zehn Jahren Churer Diözesanbischof. Er wurde im Juli 2007 vom Churer Domkapitel aus einem Dreiervorschlag Roms gewählt und im September des gleichen Jahres im Kloster Einsiedeln zum Bischof geweiht.

Huonder hatte unter dem früheren Churer Bischof Wolfgang Haas, dem heutigen Erzbischof von Vaduz, Karriere am bischöflichen Hof in Chur gemacht. In seiner zehnjährigen Amtszeit war es ihm nicht gelungen, die Katholikinnen und Katholiken im Bistum auf eine Linie zu bringen. Liberale Katholikinnen und Katholiken hatten immer wieder manifestiert, dass sie mit dem konservativen Kurs des Kirchenmannes nicht einverstanden sind. (roy/sda)

Erstellt: 04.05.2017, 06:25 Uhr

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