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Angeklagter Imam predigt in Schweizer Moscheen

Ein Iraker der Schweizer IS-Zelle ist noch immer auf freiem Fuss und hält ungehindert Reden in Moscheen.

Hier lebte einer der vier Verdächtigen der Schweizer Terrorzelle: Das Haus in Beringen SH.
Hier lebte einer der vier Verdächtigen der Schweizer Terrorzelle: Das Haus in Beringen SH.
20 Minuten / ann

Vier Iraker sollen in der Schweiz einen terroristischen Anschlag vorbereitet haben. Drei von ihnen befinden sich in Haft. Doch einer der Männer ist nach wie vor auf freiem Fuss. Wie die Sendung «10vor10» des SRF berichtet, handelt es sich um einen Imam, der derzeit in einer St. Galler Moschee predige. Auch in Kriens sei er aktiv.

Der Sender bezieht sich auf eine Anklageschrift der Bundesanwaltschaft. Der vierte Beschuldigte habe «eine Vielzahl an Reden verfasst, die den extremen Salafismus und den Islamischen Staat als Endziel propagierten, den Kampf gegen Andersdenkende und Ungläubige befürworteten und die westliche Gesellschaft degradierten und diese Reden in den Moscheen von Zürich und Luzern hielt». Laut dem Bericht sei der Mann auch in einer Winterthurer Moschee aktiv gewesen.

Beschuldigter wehrt sich gegen Vorwürfe

Der 34-Jährige reiste 2012 nach Syrien. In der Anklageschrift ist zu lesen, dass er «in den Islamischen Staat im Irak verliebt» sei. Er sehe sich als einen Soldaten der Terrormiliz. Nach Recherchen von «10vor10» hätten die Behörden die Wohnung des Imams durchsucht und ihn auch befragt. Dieser bestreitet die Vorwürfe. Nach Angaben des Anwalts des Beschuldigten, seien nur einzelne, aus dem Zusammenhang gerissene Textausschnitte übersetzt wurden. Daraus könne man nicht auf allgemein extremistische Inhalte der Reden seines Mandanten schliessen.

Saïda Keller-Messahli, Präsidentin des Forums für einen fortschrittlichen Islam, verlangt, dass die Verbände besser kontrollieren, wer in ihren Moscheen predigt. Für den Terrorexperten Jean-Paul Rouiller ist es hingegen ein besonders aussergewöhnlicher Fall, dass ein Prediger zu einer IS-Zelle gehört, die Anschläge plante. «Dass ein Imam selber in solche Handlungen verstrickt ist, gab es bisher nicht», sagt er dem Sender.

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