Um 6:41 verliess der russische Spion das Genfer Hotel

Vor dem Skripal-Giftanschlag machte ein russischer Agent vier Schweiz-Reisen, wie die Analyse Tausender Handydaten zeigt.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Lausanne hat es Sergei Fedotow angetan. Im Herbst 2017 besucht der Russe die Stadt gleich dreimal. Am 2. September, einem Montag, kommt er mit dem Schiff und bleibt nur eineinhalb Stunden. Mittwoch und Freitag kommt er wieder, und zwar mit dem Auto aus Genf. Da bleibt er erst vier und dann sogar zehn Stunden.

Das mag auf den ersten Blick nicht ungewöhnlich scheinen. Viele russische Touristen und Geschäftsleute besuchen die Schweiz, viele auch Lausanne. Fedotow aber macht keine Geschäfte und besucht keine Sehenswürdigkeiten. Tatsächlich existiert eine Person namens Sergei Fedotow gar nicht. Der Name ist nur eine Tarnung von Denis Sergejew, einem hochrangigen Agenten des russischen Militärgeheimdienstes GRU.

Gemeinsam mit dem Recherchenetzwerk «Bellingcat» rekonstruierte das Recherchedesk von Tamedia vier Reisen Sergejews rund um den Genfersee. Nie zuvor wurden die Bewegungen eines russischen Spions in der Schweiz so detailliert enthüllt.

Von einem russischen Whistle­blower erhielt «Bellingcat» die Daten von Sergejews Mobiltelefon. Durch die Verbindungen mit Sendemasten in der Schweiz können seine Wege an insgesamt 39 Tagen nachgezeichnet werden – zwischen September 2017 und Januar 2018. Gestützt werden diese Daten durch Aus­sagen von Personen im Umfeld von Geheim­diensten und Strafverfolgungsbehörden mehrerer Länder.

Diese Bewegungen Sergejews in den Jahren 2017 und 2018 sind nicht nur für die Schweiz wichtig. Sie haben auch international grosse Bedeutung. Sergejew ist nämlich nicht irgendein Spion: Wenige Wochen nach seiner letzten Reise in die Schweiz taucht er unter seinem Tarnnamen «Sergei Fedotow» in England auf – genau an jenem Tag, an dem dort der russische Doppelagent Sergei Skripal in Salisbury mit dem Nervengift Nowitschok getötet werden sollte.

Als Attentäter werden zwei GRU-Offiziere verdächtigt: Alexander Mischkin und Anatoli Tschepiga. Doch «Bellingcat» hat Sergejew inzwischen als den dritten Mann vor Ort und mutmasslichen Kommandanten des Anschlags identifiziert.

Die britische BBC berichtet, dass Sergejew den Rang eines Generalmajors im Militärdienst habe. Er dürfte also in der Hierarchie über den mutmasslichen Attentätern von Salisbury stehen. Alle drei GRU-Agenten verlassen Grossbritannien wenige Stunden nach dem Anschlag. Denis Sergejew ist kein Gentleman-Agent und kein Computer-Hacker. Er kommt aus der «Speznas», einer militärischen Eliteeinheit des Geheimdienstes GRU, die mit schweren Waffen ausgerüstet ist. Speznas ist das russische Pendant der britischen SAS oder der amerikanischen Navy Seals.

Das Recherchedesk von Tamedia bat die russische Botschaft in Bern um Auskunft über Sergejews Rolle in der GRU und seine Reisen in die Schweiz. Eine solche Person sei der Botschaft unbekannt, antwortete Botschaftssprecher Stanislaw Smirnow, der die Glaubwürdigkeit von «Bellingcat» in Zweifel zieht: Diese Organisation mache selbst keine Recherchen. Sie diene «als ‹Spülkasten›, wenn es darum geht, eine Information auf Anweisung von britischen Behörden in Umlauf zu bringen», schreibt Smirnow. Bei westlichen Nachrichtendiensten gilt «Bellingcat» allerdings als äusserst gut informiert.

Einsatz in Tschetschenien

Denis Sergejew wird am 17. September 1973 in Uscharal geboren, einer kleinen Militärstadt in Kasachstan an der damaligen sowjetisch-chinesischen Grenze: minus 30 Grad im Winter, bis zu 45 Grad im Sommer. Er kämpft ab 1999 in Dagestan und im zweiten Tschetschenienkrieg. Er wird verwundet, bekommt einen Orden und darf in Moskau an der Militärisch-Diplomatischen Akademie studieren, die als Kaderschmiede für GRU-Agenten gilt.

Denis Sergejew alias Sergei Fedotow. Foto: Bellingcat

2010 erhält Sergejew seinen Deck­namen «Sergei Fedotow» und einen Reisepass dazu. In den folgenden Jahren reist er viel durch Europa. Im Februar 2015 ist er zu jenem Zeitpunkt in Sofia, als dort ein bekannter bulgarischer Waffenhändler vergiftet wird und nur knapp überlebt. Die bulgarische Staatsanwaltschaft stellt die Ermittlungen wegen Mangels an Beweisen ein, nimmt sie aber nach dem Anschlag in Salisbury wieder auf. Ermittelt wird gegen unbekannt, Fedotow wird aber als Auskunftsperson genannt.

Im November 2016 reist Sergejew von Barcelona kommend in die Schweiz und fliegt am 11. November von Zürich nach Moskau. Zu dieser Reise gibt es keine Telefondaten, sein genauer Weg ist unbekannt. Vielleicht ist es nur Zufall, aber: Kurz danach tauchen im Internet hochsensible Dokumente auf, die von einem Computer des Weltfussballverbands Fifa in Zürich gestohlen wurden: die Antidoping-Strategie, Verträge mit Ärzten und Labors, Testergebnisse und Protokolle der Labors. Ermittler in Deutschland und den USA sehen in dem Cyber-Diebstahl die Handschrift «staatlicher Stellen in Russland».

Die Gründe, warum sich Sergejew alias Fedotow 2017 und 2018 in der Schweiz aufhält, bleiben mysteriös. Die Analyse seiner Wege und die Orte, die er besucht, lassen jedoch erste Rückschlüsse und Hypothesen zu.

Vielleicht aus Achtlosigkeit, vielleicht aus Übermut hat Sergejew immer dasselbe Handy benützt und war ständig mit dem mobilen Datennetz verbunden. Insgesamt 12'708-mal loggt sich sein Telefon bei Schweizer Antennen ein. Dazu ruft der Russe 108-mal eine merkwürdige russische Telefonnummer an: Deren Besitzer ist nicht registriert und hat keine Adresse – was in Russland gesetzeswidrig ist. Von Sergejews Gesprächspartner ist nur bekannt, dass er in einer App als «Amir in Moskau» auftaucht. Die Tatsache, dass die Nummer nicht registriert ist, deutet darauf hin, dass sie von Geheimdienststellen in Russland genutzt wird. Diesen «Amir» ruft Sergejew auch mehrmals an, als er sich am Tag des Giftanschlags auf Skripal in England aufhält.

Aus Sergejews Handydaten haben das Recherchedesk und «Bellingcat» folgende vier Schweiz-Reisen des Russen rekonstruiert, die alle vor dem Anschlag auf Skripal stattfanden:

Reise 1: 29.9. bis 9.10.2017 Barcelona – Genf – Lausanne

Ende September muss Sergejew alias Fedotow für rund zehn Tage in die Schweiz reisen. Aber er hat offenbar Schwierigkeiten, ein Visum zu bekommen, da er verzweifelt verschiedene Büros anruft, die bei der Ausstellung von Reisedokumenten helfen. Er resigniert und bucht für den 29. September den Flug SU 2638 Moskau–Barcelona. Am nächsten Tag nimmt er den Zug über Lyon nach Genf. Ankunft: 16.41 Uhr.

Er bleibt aber nicht in der Stadt, sondern geht über die Grenze nach Frankreich. Im Genfer Vorort Gaillard nimmt er ein Hotelzimmer. Die Telefondaten zeigen, dass er dort wahrscheinlich im Appart’City absteigt, dessen Baustil an Sowjethotels erinnert.

In den folgenden Tagen hat Sergejew immer wieder ein Ziel: Lausanne. Zuerst fährt er nach Thonon-les-Bains, nimmt von dort das Linienschiff nach Lausanne, bleibt aber nur etwa eineinhalb Stunden und fährt auf demselben Weg zurück. Zwei Tage später, am 4. Oktober, fährt er mit dem Auto auf der Schweizer Seeseite nach Lausanne. Er bleibt etwa vier Stunden, hält sich in der Umgebung der Antidoping-Agentur Wada und des Internationalen Olympischen Komitees auf.

Wieder zwei Tage später, am 6. Oktober, ist er zehn Stunden lang in Lausanne, von kurz nach 8 Uhr bis kurz nach 18 Uhr. Dieses Mal führen die Daten seines Telefons zur technischen Hochschule EPFL. Dort spricht an diesem Tag im Rolex Learning Center die US-Diplomatin Suzan LeVine.

LeVine war von 2014 bis Januar 2017 amerikanische Botschafterin in der Schweiz. Wenige Monate nach ihrem Rücktritt hält sie im Forum Rolex gemeinsam mit ihrem Mann zur Mittagszeit einen Vortrag über das Schweizer Ausbildungssystem als Vorbild für die USA. Das klingt nicht nach einem interessanten Thema für russische Spione. Aber die Daten sind eindeutig: Sergejew ist zur selben Zeit im Forum Rolex.

Was will er dort? Sind amerikanische Diplomaten für russische Agenten auch dann noch interessant, wenn sie nicht mehr aktiv sind? «Mein Mann und ich beschäftigen uns schon lange mit dem Schweizer Ausbildungssystem. Wir fühlten uns geehrt, dass wir den Vortrag halten durften», antwortet Suzan LeVine auf die Fragen des Recherchedesks. Von der Anwesenheit eines russischen Spions habe sie nichts gewusst: «Ich habe keine Ahnung, was er wollte.»

Unklar ist auch, warum Sergejew so lange in Lausanne bleibt. Sind andere russische Spione ebenfalls anwesend? Sollen Computer der Wada gehackt werden? Im September 2016 drangen zwei GRU-Agenten während einer von der Wada organisierten Anti-Doping-Konferenz in Lausanne via WLAN in den Computer eines kanadischen Teilnehmers. Von seinem E-Mail-Konto aus infizierten sie das Computersystem des kanadischen Zentrums für Ethik im Sport. Es dauerte ein Monat, bis die Viren gefunden wurden.

Dieselben Agenten wurden später in Den Haag verhaftet, weil sie die Organisation zum Verbot von Chemiewaffen und laut Ermittlern auch das Labor Spiez ausspionieren wollten. In den Niederlanden wurde gegen vier, in den USA gegen sieben GRU-Agenten Anklage erhoben, in der Schweiz wird seither gegen drei Russen ermittelt.

Bei den Ermittlungen geht es immer um gehackte Computer und Datendiebstähle. Denis Sergejew und seine Kollegen aber beschäftigten sich nicht mit Cyberverbrechen. Sie kommen aus dem militärischen Arm der GRU. Sie sollen zum Beispiel Menschen wie Skripal ausschalten, die für den russischen Staat als Hochverräter gelten. Diente ihnen Genf dabei als Basis für Vorbereitungen und Rückzugsort? Die vielen Reisen in die Schweiz sprechen für diese Theorie.

Reise 2: 30.10. bis 9.11.2017 Genf – Chamonix

Nach seinem Aufenthalt in Lausanne fliegt Sergejew von Genf zurück nach Moskau. Aber schon drei Wochen später, am 30. Oktober, ist er wieder in der Schweiz – für einen Touristen ein seltsames Reiseverhalten. Dieses Mal fliegt er direkt von Moskau nach Genf. Abermals steigt er in Gaillard ab, vermutlich wieder im Appart’City Genève. Das Hotel gibt zu seinen Gästen keine Auskunft.

Hier dürfte Sergejew mehrmals übernachtet haben. Das Hotel Appart’City Genève. Foto: Tamedia

Zu jener Zeit halten sich auch die mutmasslichen Skripal-Attentäter Alexander Mischkin und Anatoli Tschepiga in Genf auf, das zeigen ihre Flugtickets. Beide GRU-Agenten sind am 25. Oktober von Moskau nach Paris geflogen und kehren am 4.November von Genf nach Moskau zurück. Irgendwann in diesen elf Tagen müssen sie von Frankreich in die Schweiz gereist sein. Für ein Treffen der beiden mit ihrem mutmasslichen Vorgesetzten Sergejew am Genfersee gibt es keine Beweise. Es ist nur sehr unwahrscheinlich, dass sich drei hochrangige Agenten der GRU gleichzeitig in einer Stadt aufhalten ohne Kontakt zueinander. Sicher ist, dass sich Sergejews Telefon am 2. November zwischen 11.30 und 15 Uhr mit Antennen im französischen Skiort Chamonix verbindet. Was er dort machte, bleibt mysteriös.

Sergejew hat seinen Rückflug von Genf nach Moskau für den 9.November 2017 gebucht, die Flugdaten liegen dem Recherchedesk vor. Dann muss etwas dazwischengekommen sein. Am 7.November verbringt er den Nachmittag zuerst in der Nähe des russischen Konsulats. Danach fährt er zum Flughafen, um ein neues Ticket zu kaufen. Am 8.November fliegt er nach Moskau – einen Tag früher als geplant.

Reise 3: 23.12.2017 bis 2.1.2018 Genf – Cologny – Paris

Ab dem 13. Dezember hält sich einer der beiden mutmasslichen Skripal-Atten­täter in Frankreich und erneut in der Schweiz auf. Am selben Tag fliegt auch Sergejew aus Moskau nach Genf. Danach hält sich Sergejew in der Stadt selbst oder in den Vororten Cologny und Collonges-Bellerive auf. Auch der zweite angebliche Skripal-Attentäter, Anatoli Tsche­piga, ist zu dieser Zeit in Genf. Sergejew bleibt über Neujahr und kehrt am 2.Januar 2018 nach Russland zurück – allerdings nicht auf dem direkten Weg. Wie schon einmal nimmt er den Zug. Er fährt über Lyon nach Paris. Von dort fliegt er nach Moskau.

Reise 4: 10. bis 17.1.2018 Genf – Les Gets

Im Januar 2018 kommt Sergejew ein letztes Mal vor dem Attentat auf Skripal nach Genf. Dieses Mal gibt es aber ein Problem. Der Agent landet am 10. Januar kurz vor Mitternacht und fährt zu seinem Hotel in Gaillard. Doch die Réception ist seit 22 Uhr unbesetzt, und die Türen sind verschlossen. Sergejew ruft und ruft das Hotel an, ohne Erfolg. Dann telefoniert er mit Amir, in Moskau. Offenbar kann aber auch dieser nicht helfen. Er muss dieses Mal vermutlich in einem anderen Hotel in Gaillard absteigen, das zeigen die Telefondaten.

In den folgenden Tagen fährt Sergejew abermals in die französischen Alpen, zweimal nach Les Gets, das sich auf dem Weg nach Chamonix befindet. Jeweils mehrere Stunden ist sein Telefon mit den Antennen rund um Les Gets verbunden. Am 17. Januar fliegt Sergejew zurück nach Moskau.

2. bis 4.3.2018 Der Anschlag in London

Haben Sergejews Aufenthalte in der Schweiz mit dem Giftanschlag in Salisbury zu tun? Es gibt dafür zumindest einen Hinweis. Skripal war selbst bei der GRU, lieferte aber auch Informationen an den britischen Geheimdienst MI6. 2004 wurde er deshalb in Russland zu 13 Jahren Straflager verurteilt. Bei einem Agentenaustausch kam er 2010 frei und ging nach England.

Offiziell setzte sich der heute 68-jährige Skripal in Salisbury zur Ruhe, offenbar hielt er aber weiterhin Kontakt zu westlichen Geheimdiensten. 2017 führte der britische Journalist Mark Urban mehrere Interviews mit Skripal. Ein Gespräch Ende Juni oder Anfang Juli sagt der Russe. Begründung: Er müsse zu Treffen mit dem Nachrichtendienst in die Schweiz. Der Schweizer Nachrichtendienst NDB nimmt zu seiner operativen Tätigkeit nicht Stellung.

Nach dem Giftanschlag auf Skripal: Britische Polizisten bei der Spurensicherung am 10. März 2018. Foto: Keystone

Sollte Skripal im Sommer 2017 tatsächlich in der Schweiz gewesen sein, wird der russische Geheimdienst davon schnell Wind bekommen haben. Wollte sich Sergejew also auf Skripals Spuren heften? Aber wie schaffte er es, unter seinem Decknamen Fedotow Visa für die Schweiz zu bekommen, ohne Verdacht zu erregen? Das Aussendepartement EDA beruft sich auf den Datenschutz und gibt keine Auskunft.

Seit dem Attentat in Salisbury dürfte Agent Sergejew nicht mehr im Ausland gewesen sein. Im Februar erreichte ein Reporter der BBC Ser­gejews Frau am Telefon in Moskau. Befragt zur Spionagetätigkeit ihres Mannes, sagte sie nur: Das seien doch «Märchen».

Anmerkung: In einer früheren Version des Artikels hiess es, dass am 19. September 2016 Computer der Wada gehackt wurden. Tatsächlich konnten die russischen Hacker über den Computer eines kanadischen Anti-Doping-Experten ins Netzwerk des kanadischen Zentrums für Ethik im Sport eindringen. Dieselbe russische Gruppe hatte allerdings zuvor auch Computer der Wada angegriffen.

Erstellt: 05.07.2019, 19:37 Uhr

Artikel zum Thema

Hat Skripal auch mit dem Schweizer Geheimdienst gearbeitet?

Der russische Doppelagent lieferte bis kurz vor seiner Vergiftung Informationen an den Westen. Das zeigt ein neues Buch über die «Akte Skripal». Mehr...

Russische Agenten hielten sich vor Anschlag in der Schweiz auf

SonntagsZeitung Die im Fall Skripal verdächtigten Attentäter hielten sich mehrfach in der Schweiz auf. Mehr...

Russische Spione auf dem Weg ins Berner Oberland verhaftet

Zwei Agenten aus Russland sind in den Niederlanden gefasst worden. Der Verdacht: Sie wollten das Labor Spiez auskundschaften. Die Bundesanwaltschaft ermittelt. Mehr...

Zur Recherche

Die Website «Bellingcat» wurde 2014 von einem britischen Blogger gegründet. International bekannt wurde sie mit Recherchen zum Abschuss des Flugs MH-17 durch eine russische Rakete. Zudem fand das Team von «Bellingcat», das mittlerweile ein Dutzend Journalisten umfasst, die Namen und Biografien der mutmasslichen Täter des Giftanschlags auf Sergei Skripal heraus. Die Grundlage für die aktuelle Recherche über den GRU-Spion Denis Sergejew stammt laut «Bellingcat» von einem Whistleblower. Er lieferte Daten von Sergejews Handynummer, welche die russische Telefongesellschaft gespeichert hat. Die Daten zeigen die ungefähre Position des Telefons zu jedem Zeitpunkt, an dem es sich mit einer Mobilfunkantenne verbindet. Wie genau sich diese Position bestimmen lässt, hängt von der Häufigkeit der Verbindungen, der Anzahl der Antennen in der Umgebung und der Stärke des Signals ab. Bei Sergejew war es dem Tamedia-Recherchedesk in Zusammenarbeit mit «Bellingcat» möglich, die Wege und Aufenthaltsorte des russischen Spions in der Schweiz zum Teil auf wenige Meter genau zu bestimmen. (red)

Mitarbeit: Christo Grozev, «Bellingcat»
Umsetzung Online: Hannes von Wyl

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Kommentare

Die Welt in Bildern

Die grosse Vorbereitung: Eine Woche vor Beginn des eidgenössischen Schwing- und Älplerfests in Zug wird ein Schwingplatz mit Sägemehl ausgelegt. (16. August 2019)
(Bild: Alexandra Wey) Mehr...