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Bundesrat für Numerus clausus und gegen Praktikum

Die CVP-Nationalrätin Ruth Humbel reicht eine Motion ein und fordert: Ein Praktikum soll den Numerus-clausus-Test für Medizinstudenten ersetzen. Der Bundesrat steuert dagegen.

Gemäss der CVP-Nationalrätin Ruth Humbel sollen Studenten bald ein Praktikum für das Medizinstudium absolvieren: Hirslanden-Krankenhaus (Archivbild).
Gemäss der CVP-Nationalrätin Ruth Humbel sollen Studenten bald ein Praktikum für das Medizinstudium absolvieren: Hirslanden-Krankenhaus (Archivbild).
Gaetan Bally, Keystone

Der Bundesrat hält es nicht für sinnvoll, die Numerus-clausus-Prüfung für das Medizinstudium durch ein Praktikum zu ersetzen. Die heute durchgeführten Tests haben sich seiner Ansicht nach bewährt.

Nationalrätin Ruth Humbel (CVP, AG) sieht dies anders. Sie verlangt mit einer Motion, dass die Eignung für das Medizinstudium in einem Praktikum getestet werden soll. Dieses könnte die heute in einigen Kantonen durchgeführte Prüfung ergänzen oder ganz ersetzen.

Dieser «Chrüzlitest» sei primär eine Frage des Fleisses und des Übens. Ob sich jemand für den Arztberuf eigne, lasse sich damit nur bedingt eruieren, schreibt die Motionärin. Der Eignungstest für die Zulassung zum Medizinstudium müsse daher mehr auf die Praxis ausgerichtet werden, indem auch Sozialkompetenz und praktische Fähigkeiten getestet werden.

Die Regierung empfiehlt, die Motion abzulehnen

In seiner Stellungnahme erinnert der Bundesrat daran, dass bei den vier Universitäten mit Numerus clausus auf 800 Ausbildungsplätze 3500 Bewerbungen eingingen. So viele Praktikumsplätze müssten jährlich zur Verfügung gestellt werden, und zwar für Maturandinnen und Maturanden ohne jegliche medizinische Vorkenntnisse.

Trotz unverhältnismässig grossem Validierungsaufwand könne auch in einem Praktikum nicht zweifelsfrei festgestellt werden, ob sich jemand für den Arztberuf eigne, hält die Regierung fest. Sie empfiehlt, die Motion abzulehnen.

Humbels Anliegen findet allerdings nicht nur in der eigenen, sondern auch in allen anderen Fraktionen Unterstützung. Wegen des grossen Andrangs zum Medizinstudium führen die Universitäten Basel, Bern, Zürich und Freiburg eine Prüfung für die Zulassung durch. In Genf und Lausanne geschieht die Selektion vor allem im ersten Studienjahr.

(SDA)

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