Cassis unterzeichnet Abkommen mit Sambia

Der Aussenminister traf sich auf seinem Afrika-Trip mit der sambischen Regierung. Für einen Bundesrat war die Visite in diesem Land eine Premiere.

Premiere in Afrika: Als erster Bundesrat hat der Vorsteher des EDA Sambia besucht. (18. Dezember 2018)

Premiere in Afrika: Als erster Bundesrat hat der Vorsteher des EDA Sambia besucht. (18. Dezember 2018) Bild: Peter Schneider/Keystone

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Bundesrat Ignazio Cassis unterzeichnete am Dienstag in Lusaka mit dem interimistischen Verkehrs- und Kommunikationsminister Sambias, Kafwaya Mutotwe, ein Luftverkehrsabkomment. Der Schweizer Aussenminister traf auf der ersten Reise eines Bundesrats in Sambia auch mit Präsident Edgar Lungu zusammen.

Das Abkommen wurde im Hinblick auf die mögliche Eröffnung einer Direktverbindung zwischen der Schweiz und Sambia abgeschlossen, wie das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) mitteilte.

Cassis und Mutotwe hätten den Wunsch geäussert, dass der Unterzeichnung des Abkommens nun rasch eine direkte Flugverbindung zwischen Lusaka und Zürich oder Genf folgen möge. Dies würde zur Förderung der wirtschaftlichen Beziehungen der beiden Länder beitragen.

Treffen mit Präsident Lungu

Bei der ersten Reise eines Bundesratsmitgliedes nach Sambia traf der EDA-Vorsteher auch mit dem sambischen Präsidenten Lungu zusammen. Themen des Gesprächs waren die bilaterale Zusammenarbeit, die wirtschaftlichen Reformen im Land und die Regionalpolitik.

Lungu habe die Partnerländer sowie die privaten Unternehmen, die sich in Sambia niedergelassen haben, dazu aufgefordert, in die Bildung der jungen Sambierinnen und Sambier zu investieren. Das sei der Schlüssel für den künftigen wirtschaftlichen Erfolg seines Landes.

Cassis und Lungu seien zudem übereingekommen, dass die beiden Länder noch mehr zusammen tun könnten, teilte das EDA mit. Ein erster Schritt dazu ist das Luftverkehrsabkommen. Bereits 2017 hatten die beiden Länder eine Konvention zur Verhinderung der Doppelbesteuerung unterzeichnet.

Die wirtschaftlichen Beziehungen der Schweiz und Sambia sind noch sehr bescheiden. Eine Schweizer Wirtschaftsdelegation, die im Oktober das Land besucht hatte, ortete jedoch viel Potenzial.

Die ausländischen Direktinvestitionen in Sambia haben 2017 um 64 Prozent zugenommen. Dieses starke Wachstum wird unter anderem auf die bedeutenden Investitionen zur Kupfergewinnung zurückgeführt, ein Bereich, der 15,4 Prozent des Bruttoinlandproduktes von Sambia ausmacht.

Cassis von Glencore-Mine beeindruckt

Cassis hatte am Montag das Unternehmen Mopani Copper Mines im Norden Sambias besucht, das sich mehrheitlich im Besitz des Schweizer Konzerns Glencore befindet. Er wollte sich vor Ort ein Bild machen über die Arbeits- und Beschäftigungsbedingungen bei der Kupfergewinnung.

Seit dem Jahr 2000 habe die Unternehmung rund 4,4 Milliarden Franken in den Umbau der Mine investiert. Die schädlichen Emissionen seien dadurch stark reduziert worden und entsprächen nun den von der Weltgesundheitsorganisation WHO festgelegten Grenzwerten.

In den nächsten Jahren sollen noch einmal 1,5 Milliarden Franken in das Unternehmen investiert werden, das rund 16'000 Menschen beschäftigt. 5,2 Millionen Franken seien in diesem Jahr in die Aus- und Weiterbildung von Jungen investiert worden. Das Unternehmen biete auch 300 Ausbildungsplätze pro Jahr an. Cassis hatte sich bei seinem Besuch beeindruckt gezeigt von den Bemühungen zur Modernisierung der Anlagen und der Ausbildung von jungen Menschen. (fal/sda)

Erstellt: 08.01.2019, 16:10 Uhr

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