Zum Hauptinhalt springen

Wende im ACS-Machtkampf

Erst zog sich Generaldirektor Stefan Holenstein aus der Spitze des krisengeschüttelten Automobilclubs zurück. Jetzt verzichtet auch Christian Wasserfallen.

Will Ruhe für den Verband: FDP-Nationalrat Christian Wasserfallen – hier an der Wintersession der Eidgenössischen Räte in Bern – gibt sein Amt als ACS-Präsident auf. (16. Dezember 2015)
Will Ruhe für den Verband: FDP-Nationalrat Christian Wasserfallen – hier an der Wintersession der Eidgenössischen Räte in Bern – gibt sein Amt als ACS-Präsident auf. (16. Dezember 2015)
Peter Klaunzer, Keystone
Auch er tritt nicht wieder an: Der bisherige ACS-Direktor Stefan Holenstein bei einer Pressekonferenz in Bern (links). (9. Mai 2016)
Auch er tritt nicht wieder an: Der bisherige ACS-Direktor Stefan Holenstein bei einer Pressekonferenz in Bern (links). (9. Mai 2016)
Peter Schneider, Keystone
Informierten über die Turbulenzen in ihrem Verband: Ammann und Gehrken an einer Medienkonferenz. (21. Juni 2016)
Informierten über die Turbulenzen in ihrem Verband: Ammann und Gehrken an einer Medienkonferenz. (21. Juni 2016)
Lukas Lehmann, Keystone
1 / 7

«Es reicht»: In einem Interview mit der «NZZ am Sonntag» sagte Christian Wasserfallen, er «trete im Hinblick auf die nächste Delegiertenversammlung von Mitte September zurück». Wasserfallen war von Gegnern des damaligen ACS-Präsidenten Mathias Ammann portiert worden und an einer Versammlung am 23. Juni, die nicht von allen Seiten akzeptiert wurde, gewählt worden.

«Ich will, dass dieser Verband zur Ruhe kommt und sich selber findet», sagte Wasserfallen. Elf von 19 Kantonalsektionen hätten ihn für die geplante Delegiertenversammlung von Mitte September, an der es erneut zu einer Präsidentenwahl kommen soll, nominiert. Er ziehe sich deshalb aus einer «Position der Stärke» zurück.

An der Versammlung im September wäre es wohl zu einer Kampfwahl um das ACS-Präsidium gekommen, nachdem der Schaffhauser SVP-Nationalrat Thomas Hurter sein Interesse am Amt angemeldet hat. Die Frage, ob er nun Hurter unterstütze, beantwortete Wasserfallen nicht direkt. Es brauche Reformen im ACS und die neue Führung müsse breit abgestützt sein, sagte er. Er wolle sich aber in solche Fragen nicht einmischen.

Holenstein zieht sich auch zurück

Mit Wasserfallens Rückzug zeichnet sich eine Entschärfung im Streit ab, zumal bereits am Samstag bekannt geworden war, dass sich auch Stefan Holenstein nicht mehr als ACS-Generaldirektor zur Verfügung stellen will. Mit seinem Rücktritt wolle er dem Verband «einen unbelasteten Neuanfang in der Führung» ermöglichen, liess Holenstein über seinen Sprecher mitteilen.

Holenstein war im Juni dieses Jahres vom Präsidenten Ammann von seinem Amt suspendiert worden, weil er arbeitsrechtliche Vorschriften nicht eingehalten haben soll. Holenstein weist diese Vorwürfe «aufs Schärfste» zurück. Mit der Suspendierung eskalierte der Machtkampf beim ACS.

Vorwürfe an «alte Garde»

Seinen Gegnern – der früheren Führung um Ammann – wirft Wasserfallen im Interview eine «Schlammschlacht» vor. Seiner Meinung nach wurden im Konflikt um den ACS «Grundregeln der Demokratie» nicht eingehalten. Es hätten beispielsweise einige Sektionen bereits angekündigt, «es sei nicht zu goutieren», sollte er gewählt werden.

Der Streit zwischen den verschiedenen Fraktionen im Verband war in den vergangenen Wochen zunehmend über die Medien ausgetragen worden. Zudem kam es zu mehreren Anzeigen und Klagen. Wasserfallen liess ACS-Konten sperren.

Von ihm selbst gehe keine einzige Klage aus, sagte Wasserfallen. Er sei bereit, auf einen Rückzug von Klagen seiner Unterstützer hinzuwirken. Klagen gegen ihn selbst bezeichnet er als «bizarr».

Verband will an Klagen festhalten

Der Verband begrüsst in einem vom interimistischen Generaldirektor Michael Gehrken verschickten Communiqué Wasserfallens Rückzug. Dieser Schritt öffne den «Weg für einen geordneten Neuanfang», hiess es am Sonntagmorgen. Mit Hurter stehe ein Kandidat bereit, der den Club bestens kenne.

SDA/foa

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch