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Christliche Migrations-Gemeinden boomen

Eine Bereicherung für die schweizerische Kirchenlandschaft bedeuten die Migranten in der Schweiz, sagen Reformierte und Katholiken.

Verlieren Anteile: Die Landeskirchen, hier im Bild die evangelisch-reformierte Kirche in Wädenswil ZH.
Verlieren Anteile: Die Landeskirchen, hier im Bild die evangelisch-reformierte Kirche in Wädenswil ZH.
Alessandro Della Bella, Keystone

Die reformierte Kirche verliert seit Jahren massiv Mitglieder. Doch der negative Trend erfasst nicht die gesamte Schweiz, wie eine neue Auswertung des Bundesamts für Statistik von über 160 Städten und wichtigen Ortschaften zeigt. In fünf Orten konnte die reformierte Kirche seit 1970 bis heute nämlich anteilsmässig zulegen. Spitzenreiter ist das katholische Einsiedeln SZ, wie aus der in der «Sonntagszeitung» publizierten Auswertung hervorgeht.

1970 lebten in Einsiedeln nur gerade 239 Reformierte, gemäss den neusten Zahlen sind es mittlerweile 1184. Das bedeutet einen Anstieg des Anteils der Reformierten an der ständigen Wohnbevölkerung um 6,3 Prozentpunkte. Ebenfalls einen Anstieg bei den Reformierten-Anteilen verzeichnen Sarnen OW, Sursee LU, Zermatt VS und Schwyz SZ.

Etwas besser da steht die katholische Kirche, die in insgesamt 14 Orten ihre Anteile erhöhen konnte.

Islam legt zu

In den Schatten gestellt werden die Landeskirchen vom Islam. Diese Religion konnte seit 1970 in ausnahmslos allen untersuchten Schweizer Städten aufgrund der Migrationsströme zulegen. Am stärksten sind die Anstiege in Pratteln BL und Neuhausen SH. In Pratteln lebten 1970 nur gerade 60 Personen mit einem islamischen Glauben, heute sind es 1971.

Einen regelrechten Boom erleben die christlichen Migranten-Kirchen, wie der «SonntagsBlick» schreibt. 635 christliche Migrationsgemeinden sind laut den Autoren der vor kurzem veröffentlichten Studie des Schweizerischen Pastoralsoziologischen Instituts (SPI) in der Schweiz ansässig – 370 von ihnen nahmen an der Untersuchung teil. Ab den 50ern gab es demnach pro Jahrzehnt rund 35 Neugründungen. Seit dem Jahr 2000 kamen dann gleich 112 christliche Migrationsgemeinden hinzu. Laut Studie zählen diese heute 616 255 Mitglieder. Die tatsächliche Zahl dürfte noch viel höher liegen, da sich nur die Hälfte aller Zuwanderer-Kirchen an der Umfrage beteiligte.

Eine Bereicherung fürs kirchliche Leben

Sabine Brändlin, Ratsmitglied des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes (SEK), erhofft sich neue Impulse von den christlichen Zuwanderern: «Wir können von ihnen lernen, was es heisst, den Glauben offen und mit Freude zu leben», sagt sie zu «SonntagsBlick». Man wolle den Austausch mit Migrations-Kirchen künftig vertiefen.

Auch der Abt des Kloster Einsiedelns sieht die Entwicklung positiv. Urban Federer meint: «Die Migrationsgemeinden bereichern unser kirchliches Leben durch die verschiedenen Kulturen.»

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