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Steueroptimierer Hildebrand

Der abgetretene SNB-Chef verdiente rund eine Million Franken. Laut einem Zeitungsbericht versteuerte die Familie Hildebrand im Jahr 2009 allerdings nur 96'000 Franken. Wie war das möglich?

Auffallend niedriges steuerbares Einkommen im Jahr 2009: Philipp Hildebrand.
Auffallend niedriges steuerbares Einkommen im Jahr 2009: Philipp Hildebrand.
Keystone

Im Zuge der Dollar-Affäre sind Details der Finanzverhältnisse von Philipp und Kashya Hildebrand publik geworden. Die «Aargauer Zeitung» hat nun sogar die offiziellen Steuerdaten des Ehepaars Hildebrand beim Steueramt der Stadt Zürich beschafft und veröffentlicht.

Aus den Steuerdaten geht zum Beispiel hervor, dass die Hildebrands im Jahr 2008 Staats- und Gemeindesteuern in der Höhe von rund 320'000 Franken bezahlten, ein Jahr später waren es nur noch 20'000 Franken. 2009 betrug das satzbestimmende Einkommen nur 96'200 Franken. Dabei beliefen sich die jährlichen Einkünfte des Notenbankpräsidenten auf knapp eine Million Franken, allein das Jahresgehalt des SNB-Chefs beträgt über 830'000 Franken.

Höchstwahrscheinlich grössere Nachzahlungen in Pensionskasse geleistet

Für das relativ niedrige steuerbare Einkommen im Jahr 2009 präsentiert die «Aargauer Zeitung» eine Erklärung, die sehr wahrscheinlich erscheint. «Die Abnahme des steuerbaren Vermögens und das tiefe steuerbare Einkommen deuten darauf hin, dass Philipp Hildebrand grössere Nachzahlungen in die Pensionskasse geleistet hat», wird ein Steuerberater aus dem Kanton Zug zitiert. Das sei absolut legal. Der Pensionskassen-Einkauf könne eins zu eins vom steuerbaren Einkommen abgezogen werden. Solche Abzüge könnten von allen Steuerpflichtigen vorgenommen werden.

Die Einkaufslücke bei der Pensionskasse berechnet sich jeweils auf Basis des aktuellen Einkommens. Zur Berechnung der Einkaufsmöglichkeit wird unterstellt, dass man ab dem 25. Altersjahr immer den letzten Lohn verdient hätte. «Je grösser die Lohndifferenz, umso grösser die Einkaufslücke und damit eben auch das Steueroptimierungspotenzial», schreibt dazu die «Aargauer Zeitung» im Artikel über das «Steuerwunder der Familie Hildebrand». Als Notenbankchef mit einem Grundlohn von über 830'000 Franken hätten sich Hildebrand hohe Einkaufsmöglichkeiten in die Pensionskasse eröffnet. Gemäss dem Zeitungsbericht äusserten sich weder die Familie Hildebrand noch deren Steuerberaterin zum Thema.

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