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Der Whistleblower, der für seine Courage bestraft wurde

Serge Gaillard, Direktor der Eidgenössischen Finanzverwaltung, verdächtigt einen Whistleblower, das Amtsgeheimnis verletzt zu haben. Doch zu Gaillards Anschuldigungen gibt es grosse Fragezeichen.

Von Philippe Reichen, Genf
Ein Whistleblower zeigte Missstände am Sitz der Zentralen Ausgleichskasse in Genf auf. Foto: Laurent Guiraud (Keystone)
Ein Whistleblower zeigte Missstände am Sitz der Zentralen Ausgleichskasse in Genf auf. Foto: Laurent Guiraud (Keystone)

Den 14. Mai 2014 wird Jean Sommeil (Name geändert) nie vergessen. Kurz vor 8 Uhr klingelt es an seiner Tür. Sommeil, Abteilungsleiter bei der Zentralen Ausgleichskasse (ZAS) in Genf, steht einer Gruppe von Mitarbeitern der Bundes­kriminalpolizei gegenüber. Er stehe im Verdacht, das Amtsgeheimnis verletzt zu ­haben, eröffnet ihm ein Beamter. Sommeil weist den Vorwurf vehement ­zurück. Doch die Polizisten durchsuchen sein Haus, sein Auto, sein Büro, nehmen Laptops, Mobiltelefone und Dokumente mit. Gleichentags wird er in Lausanne von der Bundesanwaltschaft (BA) ein­vernommen. Die konkreten Vorwürfe kennt er aber erst Wochen später.

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