Dieser Klimaprotest ist berechtigt

Die Medien glauben zu wissen, dass der Klimaprotest dieser Woche der Klimabewegung schade. Dem ist nicht so.

Demonstranten am Dienstag vor der Credit Suisse in Basel. Foto: Georgios Kefalas (Keystone)

Demonstranten am Dienstag vor der Credit Suisse in Basel. Foto: Georgios Kefalas (Keystone)

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Nach den Blockaden der Credit Suisse in Zürich und der UBS in Basel durch die Gruppe «Collective Climate Justice» wurde Protest als extrem und illegal bezeichnet. Kommentatorinnen und Kommentatoren – auch im «Tages-Anzeiger» – glaubten zu wissen, dass diese Aktionen nicht im Interesse der Klimastreik-Bewegung geschahen. Dabei vergessen sie, dass die Klimastreik-Bewegung ihren Anfang mit einer illegalen Aktion nahm: Die Schwedin Greta Thunberg hat ihre Schulpflicht verletzt.

Wir Schülerinnen und Schüler von der Klimastreikbewegung haben von Beginn an die bestehende Ordnung gebrochen, weil wir uns in einer Krise, der Klimakrise, befinden. In den letzten Monaten wurde unsere Bewegung immer wieder missbraucht, um den Protest anderer Klimabewegungen zu delegitimieren. Unsere Proteste werden als Kinderdemos heruntergespielt, während friedliche Blockaden als radikaler dargestellt werden, als sie sind.

Dabei wird übersehen, dass die Klimabewegung noch nie so bunt, aber zugleich so vereint war in ihrem Ziel. Greta Thunberg war in London dabei, als die Bewegung «Extinction Rebellion» zu ihren ersten Protesten aufrief.

Banken sollen Geschäfte abbrechen

Die Polizei und die Medien versuchen nun, die Aktionen der Klimaaktivistinnen und -aktivisten bei der CS und der UBS als extrem darzustellen und den Klimastreik als einzig legitime Protestform anzusehen. Dabei bleibt unerwähnt, dass die CS und die UBS die Klimakrise aktiv mitfinanzieren. Niemand von den Verantwortlichen wurde dafür bisher zur Rechenschaft gezogen.

Wir treten dem Versuch der Medien, andere Umweltgruppen ins negative Licht zu rücken, entschieden entgegen und solidarisieren uns mit allen Klimaschützerinnen, welche an der Blockade der CS oder der UBS beteiligt waren. Diese Banken finanzieren unter anderem die Kohleförderung in Deutschland und den Bau von Erdöl-Pipelines in Nordamerika.

Die Banken müssen umgehend diese Geschäfte einstellen, denn allein diese sind für doppelt so viele CO2-Emissionen verantwortlich wie die restliche Schweiz. Das haben wir auch deutlich gemacht bei unserem Auftritt an der GV der Credit Suisse im Frühjahr.

Für uns von der Klimastreikbewegung ist jeder friedliche Protest gegen Klimazerstörer wie die Credit Suisse und die UBS berechtigt. Wir lassen uns von niemandem spalten. Die Klimabewegung kämpft vereint gegen die Klimakrise.

Korrektur: In einer früheren Version des Beitrags war der Name der Protestgruppe bei CS und UBS falsch angegeben. Sie nennt sich «Collective Climate Justice».

Erstellt: 09.07.2019, 22:29 Uhr

Artikel zum Thema

61 Klima-Aktivisten müssen in Haft bleiben

In Zürich forderten Dutzende die Freilassung der verhafteten Aktivisten. Nur Einzelne kamen frei – einer erzählt von den Haftbedingungen. Mehr...

Die Klimaschützer werden extremer

Aktivisten besetzten am Montag die Eingänge der CS am Paradeplatz. 64 wurden verhaftet. Politiker sehen die Aktion kritisch. Mehr...

Hitzköpfe kapern die Klimabewegung

Kommentar Die illegalen Besetzungen in Bern, Basel und Zürich lenken von den eigentlichen Zielen ab. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Kommentare

Abo

Abo Digital - 26 CHF im Monat

Den Tages-Anzeiger unbeschränkt digital lesen, inkl. ePaper. Flexibel und jederzeit kündbar.
Jetzt abonnieren!

Die Welt in Bildern

Auf Händen getragen: Eine handgeschnitzte Statue der Jungfrau Maria wird anlässlich des Fests zu Ehren der «Virgen del Carmen» durch die andalusische Stadt Málaga geführt. (16. Juli 2019)
(Bild: Daniel Perez / Getty Images) Mehr...