Drohnenvideo: Hier ist die Schweiz zersiedelt

Kenner Köbi Gantenbein zeigt anhand zweier Gemeinden, wie sich Siedlungen in die Landschaft ausdehnen.

Zersiedelungshotspots aus der Luft: Mit der Drohne über Lindau und Bubikon im Kanton Zürich.

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Planlos sei teils gebaut worden und plötzlich würden die Leute merken, dass überall Häuser stünden: Der «Tages-Anzeiger» hat mit Hochparterre-Chefredaktor Köbi Gantenbein die Zürcher Gemeinden Bubikon und Lindau angeschaut. Zu den Aufnahmen aus der Drohnenperspektive sagt der Zersiedelungs-Experte: «Lindau und Bubikon sind überall!» Wie zersiedeltes Gebiet aussieht und was der Kenner dazu meint, sehen Sie im Video (oben).

Letzte Woche haben sowohl die Initianten als auch ein Gegner-Komitee aus der Wirtschaft ihre Argumente zur Zersiedelungsinitiative präsentiert. Das Stimmvolk entscheidet am 10. Februar.. Wie die repräsentative Tamedia-Umfrage zeigt, findet das Volksbegehren aktuell eine Mehrheit beim Stimmvolk.

Jeden Tag werde in der Schweiz eine Fläche von acht Fussballfeldern verbaut, sagen die Jungen Grünen. Mit der Initiative «Zersiedelung stoppen – für eine nachhaltige Siedlungsentwicklung» (Zersiedelungsinitiative) soll diese Entwicklung gestoppt werden. Bei einem Ja müssten Neueinzonungen von Bauflächen durch Rückzonungen an einem anderen Ort kompensiert werden. Das sei kein Bauzonen-Stopp, betonen die Initianten. Die Bauzonen könnten dorthin verschoben werden, wo sie gebraucht würden. Heute bestünden Baulandreserven von insgesamt 400 Quadratkilometern – eine Fläche, die grösser sei als der Kanton Schaffhausen.

Die Gegner warnen, dass ein Bauzonen-Stopp das Bauland verteuere und die wirtschaftliche Entwicklung gefährde. Würde im Wallis Bauland ausgezont, damit in Zürich Neueinzonungen möglich wären, würde das den Zusammenhalt des Landes gefährden, sagte der Walliser SVP-Nationalrat und Gemeindepräsident Franz Ruppen. «Stellen Sie sich vor, was da los wäre.» So etwas sei nicht umsetzbar.

«Niemand ist für Zersiedelung», versicherte Corinne Aeberhard vom Schweizerischen Gewerbeverband. Aus Sicht der Gegnerinnen und Gegner genügt aber das revidierte Raumplanungsgesetz, das 2014 in Kraft getreten ist. Die Umsetzung sei noch in Gang, argumentieren sie. Mitten in diesem Prozess dürften die Bundesvorgaben nicht wieder geändert werden.

* mit Material der Agentur Key-SDA

Erstellt: 16.01.2019, 07:54 Uhr

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