Jetzt mal zur Sache, Frau Rickli!

Die Gesundheitsdirektorin führt einen Kleinkrieg gegen ihren Vorgänger, statt Politik zu machen.

Rickli versucht die eigene bisher magere Bilanz mit einem Ausflug auf einen Nebenschauplatz zu verbessern. Foto: Sibylle Meier

Rickli versucht die eigene bisher magere Bilanz mit einem Ausflug auf einen Nebenschauplatz zu verbessern. Foto: Sibylle Meier

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Für ihre bald fünf Monate im Amt hat die Zürcher Gesundheitsministerin Natalie Rickli wenig vorzuweisen. Im Gegenteil: Sie hat die vorgespurte Überarbeitung der Spitalliste auf der langen Bank weit nach hinten geschoben. Und damit auch ihren wichtigsten Hebel, um die Gesundheitsausgaben zu senken. Gefährdete Kleinstspitäler mit zweifelhaftem Kosten-Nutzen-Verhältnis jubeln. Aber wir Prämienzahler?

Dafür verheddert sich die SVP-Regierungsrätin in ein Scharmützel mit ihrem Vorgänger, dem freisinnigen Thomas Heiniger. Vordergründig geht es um einen Deal zum elektronischen Patientendossier zwischen dem Kanton und der Firma Axsana, die Heiniger heute präsidiert.

Solche Dinge erledigen erwachsene Menschen am runden Tisch, auf Augenhöhe, unaufgeregt.

Noch ist offen, ob dabei wirklich alles mit rechten Dingen zuging. Klar aber ist: Der strittige Betrag ist im Vergleich zum kantonalen Budget vernachlässigbar. Und niemand bestreitet, dass das Geld in die Staatskasse zurückfliessen soll, entweder früher oder eben später.

Solche Dinge erledigen erwachsene Menschen am runden Tisch, auf Augenhöhe, unaufgeregt. Wenn das nicht zum Ziel führt, gibt es dann ja noch andere Mittel. Rickli hat es vorgezogen, eine Fehde daraus zu machen, in aller Öffentlichkeit. Mit Medienmitteilungen und Auskünften gegenüber Kantonsräten und Journalisten versucht sie den Eindruck zu zementieren, dass sie da einer möglicherweise krummen Sache gnadenlos auf den Grund geht.

Das Bild, das sie tatsächlich abgibt, ist aber ein anderes: Da versucht jemand die eigene bisher magere Bilanz mit einem Ausflug auf einen Nebenschauplatz zu verbessern. Aber so leicht lassen sich Wählerinnen und Wähler nicht täuschen. Hoffentlich.

Erstellt: 12.09.2019, 20:48 Uhr

Artikel zum Thema

Natalie Rickli fordert Geld von ihrem Vorgänger zurück

Die neue Zürcher Gesundheitsdirektorin will das Geld sehen, das Thomas Heinigers Firma Axsana dem Kanton schuldet. Mehr...

«Man soll nicht überall nach Wettbewerb rufen»

Nach den Vorwürfen zu den elektronischen Patientendossiers: Thomas Heiniger spricht über die Forderung von Natalie Rickli, Interessenskonflikte und sein Honorar. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Kommentare

Abo

Abo Digital Light - 18 CHF im Monat

Unbeschränkter Zugang auf alle Inhalte und Services (ohne ePaper). Flexibel und jederzeit kündbar.
Jetzt abonnieren!

Die Welt in Bildern

Aufgeblasen, aber nicht abgehoben: Vor dem Start in Chateau-d'Oex kontrollieren Besatzungsmitglieder die Hülle ihres Heissluftsballons. In der Schweizer Berggemeinde findet bis derzeit die 42. Internationalen Heissluftballonwoche statt. (26. Januar 2020)
(Bild: Jean-Christophe Bott) Mehr...