Jugendliche gründen ein eigenes Parlament

Nach einer Jugendsession soll es auch ein Schweizer Jugendparlament geben. Damit wird die politische Nachwuchsförderung gesichert.

Engagement: Der Verband DSJ will eine stärkere nationale Plattform für jugendpolitische Anliegen. (Archiv)

Engagement: Der Verband DSJ will eine stärkere nationale Plattform für jugendpolitische Anliegen. (Archiv) Bild: Keystone

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In den Schweizer Kantonen und Gemeinden sowie in Liechtenstein entstanden in den letzten zwanzig Jahren rund 65 Jugendparlamente und Jugendräte. Auf nationaler Ebene hingegen existiert noch keine solche Institution. Die grösste Schweizer Plattform für jugendpolitische Anliegen ist bisher die jährliche Jugendsession.

Der Dachverband der Schweizer Jugendparlamente (DSJ) will dies nun ändern. In Zukunft soll es auch auf nationaler Ebene eine politische Partizipationsmöglichkeit für Jugendliche im Alter zwischen 14 und 25 Jahren geben, wie es in einer Mitteilung vom Samstag heisst. 150 Jugendliche an der jährlichen Versammlung des DSJ haben nun so entschieden.

Der Luzerner FDP-Ständerat Damian Müller erklärte in seiner Eröffnungsrede, es sei wichtig, dass sich junge Menschen früh mit der Politik beschäftigten. «Nur so kann gewährleistet werden, dass das politische Milizsystem weitergeführt wird», wird Müller in der Mitteilung zitiert.

Andere Varianten verworfen

Für die genaue Ausgestaltung des Jugendparlaments soll eine Projektgruppe gegründet werden. Dieser sollen neben Jugendparlamentariern auch Mitglieder des Forums Jugendsession angehören. Damit könne gewährleistet werden, dass das neue Jugendparlament und die Jugendsession einander ergänzten.

Zur Diskussion standen neben einem Parlament auch zwei weitere Varianten. In einer Bedürfnisanalyse sah der DSJ auch mehr politische Kompetenzen für die bestehende jährliche Jugendsession als nationaler Jugendrat vor. Eine dritte Möglichkeit wäre die Schaffung einer ausserparlamentarischen Jugendkommission.

Die Schweiz sei in Sachen demokratische Mitsprache ein Vorbild, nicht aber was jene von Jugendlichen anbelange, heisst es in der Analyse. Bisher seien es vor allem die Erwachsenen, die sich im Namen der Jugend in die politischen Prozesse einbrächten.

Es gebe auf nationaler Ebene keine Organisation, die gut in den politischen Prozess eingebunden sei und vielen Jugendlichen die Chance zum mitmachen biete. (fal/sda)

Erstellt: 02.04.2016, 19:15 Uhr

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