«Nur vom Plakat lächeln – das ist Geldverschwendung»

Griffig, plump oder zu überladen? Politberater Louis Perron sagt, was er von den aktuellen Kampagnen der Parteien hält.

«Nicht inhaltsleer, aber man könnte es zuspitzen und prägnanter machen»: Politberater Louis Perron analysiert Wahlplakate in Zürich. Video: Anja Stadelmann

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Der Wahlkampf geht in die letzte Phase, am 20. Oktober werden National- und Ständerat neu bestellt. Gemäss einer Umfrage von RTS investieren die nationalen und kantonalen Parteien dieses Jahr zusammen über 25 Millionen Franken in Wahlwerbung. Doch diese Zahl ist wohl viel zu tief – es fehlen etwa die Gelder, welche die Kandidaten selbst beisteuern, sowie das Budget der SVP. Ein guter Teil der Gelder fliesst jeweils ins Plakatieren. Die SP gibt beispielsweise an, ein Fünftel ihres Wahlkampfbudgets dafür zu investieren.

Plakate oder Onlinewerbung?

Doch lohnt es sich im digitalen Zeitalter überhaupt noch, in Plakate zu investieren? «Generell gehören Plakate dazu, die Tendenz geht aber in Richtung Onlinewerbung. Es kommt immer auf das Ziel und die Zielgruppe an», sagt Politologe Louis Perron. Er unterrichtet politisches Marketing an der Universität Zürich und berät Politikerinnen und Politiker im In- und Ausland. Dass die CVP dieses Jahr vor allem auf digitale Kampagnen fokussiert, hält Perron für riskant: «Für die Grünen wäre das sinnvoll, sie lebt von den Jungen und dem Klimastreik, aber ob diese Strategie zur Zielgruppe und der strategischen Ausrichtung der CVP passt, da habe ich Zweifel.»

Ehrlichkeit kommt gut an

Auch die FDP kommt nicht allzu gut weg. «Die Message sollte innerhalb von zwei Sekunden zu verstehen sein», sagt Perron im Video, «dieses Plakat könnte prägnanter sein.» Die Plakatserie der BDP hingegen findet er gelungen. «Ich würde mich zwar nur auf ein Sujet konzentrieren statt vieler verschiedener. Aber ihr Slogan ‹Langweilig, aber gut› erregt Aufmerksamkeit, er besticht durch seine Ehrlichkeit und Selbstironie.»


Politbüro Folge 2: Der schmusende SP-Politiker

Raphaela Birrer und Philipp Loser besprechen im «Politbüro» die Irrungen und Wirrungen rund um die Wahlen 2019.


Erstellt: 11.09.2019, 10:46 Uhr

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