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Rekurs in der Blattmann-Affäre

Weder der Staatsanwalt noch der angeklagte hohe Offizier akzeptieren das Urteil in der «Kotz-Brotz»-Affäre um den ehemaligen Armeechef.

Ex-Armeechef André Blattmann.
Ex-Armeechef André Blattmann.
Keystone

Der Gerichtsfall um die Veröffentlichung von verbalen Ausfälligkeiten des früheren Armeechefs André Blattmann geht in die nächste Runde. Sowohl der angeklagte Generalstabsoffizier als auch der militärische Staatsanwalt haben das erstinstanzliche Urteil an die nächste Instanz, das Militärappellationsgericht, weitergezogen. Das sagt Daniela Cueni, die Mediensprecherin der Militärjustiz, auf Anfrage.

Am 8. Dezember 2017 hat das Militärgericht 5 in St. Gallen einen hohen Offizier der Schweizer Armee verurteilt, weil er im April 2016 mit seinem Smartphone unerlaubterweise eine Rede aufgezeichnet hatte, die der damalige Armeechef Blattmann vor rund 150 Generalstabsoffizieren hielt. In seinen Äusserungen, die als «Kotz-Brotz»-Rede bekannt wurden, bezeichnete Blattmann Personen, welche armeeinterne Informationen an die Medien weiter gegeben hatten, als «widerliche Kerle» und «Verräter». Weiter kündigte er an, diese Leute «im übertragenen Sinn auf die Schlachtbank führen» zu wollen.

Ausschnitt aus der Rede: Bei Sekunde 20 bezeichnet André Blattmann Sandro Brotz als «Sandro Kotz».

Das erstinanstanzliche Gericht verurteilte den Offizier wegen Nichtbefolgung von Dienstvorschriften. Hingegen sah es das Gericht nicht als erwiesen an, dass der Angeklagte die Audio-Dateien an die Medien weitergegeben habe. Auch beim Strafmass blieb das Gericht hinter den Anträgen des Auditors zurück, der die Degradierung des Offiziers gefordert hatte. Das Gericht verurteilte den Angeklagten nur zu einer bedingten Geldstrafe und einer Busse von 900 Franken. Auch diese Strafe akzeptiert der Angeklagte nun aber nicht.

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