SBB wollen zweite Gotthardröhre

Das Ja-Lager bekommt im Abstimmungskampf um einen zweiten Strassentunnel unverhoffte Unterstützung: Die SBB stellen sich hinter das Milliardenprojekt.

Die zweite Röhre soll den Verkehr beruhigen: Stau am Gotthardtunnel. (Archiv)

Die zweite Röhre soll den Verkehr beruhigen: Stau am Gotthardtunnel. (Archiv) Bild: Urs Flüeler/Keystone

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Die Schweiz stimmt am 28. Februar über eine zweite Röhre im Strassentunnel am Gotthard ab. Nun bekommen die Befürworter im Abstimmungskampf unerwartete Unterstützung: Ausgerechnet die SBB stehen hinter dem Milliarden-Projekt, wie das Unternehmen gegenüber dem «SonntagsBlick»bestätigt.

Die Bundesbahnen wollen sich solange für den Vorschlag stark machen, bis die auf «nationaler und europäischer Ebene» festgeschriebene Kapazitätsbegrenzungen auf bestehendem Niveau fortbestehe, heisst es weiter. Dabei hatte sich die Bahn zuvor mehrfach für die Schiene – und gegen höhere Kapazitäten auf den Strassen ausgesprochen.

Tunnel-Gegner sind schockiert

Die Tunnel-Gegner sind von der Haltung der SBB überrascht. «Ich bin entsetzt», sagt Kurt Schreiber (72) von der Kundenvereinigung Pro Bahn. Es sei ein Eingeständnis, dass die SBB den Verkehr am Gotthard nicht bewältigen könne.

Jon Pult, Bündner SP-Politiker und Präsident der «Alpeninitiative», vermutet, dass das Uvek-Departement von Doris Leuthard die SBB zu dieser Haltung zwinge. «Leuthard setzt die SBB wohl massiv unter Druck», sagt er. «Das ist Unfug», kontert das Departement von Leuthard. Die «Alpeninitiative» wolle damit lediglich von gravierenden Nachteilen ablenken, die eine Verlagerung des Verkehrs auf die Schiene mit sich bringen würde.

«Zweite Gotthardröhre ist verfassungswidrig»

Alt-Bundesrat und Verkehrsminister Moritz Leuenberger betonte im Interview mit dem «Tages-Anzeiger» (zum Artikel), dass der Bau der Neat auch mit der Sanierung das Strassentunnels begründet wurde: «Warum haben wir die Neat gebaut? Sie schafft eine attraktive Verbindung ins Tessin und zurück, gerade auch während der Sanierung des Strassentunnels. Nicht zuletzt mit diesem Argument wurde der Bau der Neat begründet.» Es sei in den längsten Bahntunnel investiert worden, damit Lastwagen von der Strasse wegkommen. Für Leuenberger ist darum die zweite Gotthardröhre verfassungswidrig. (nab)

Erstellt: 03.01.2016, 12:12 Uhr

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