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Schweizer 30-Minuten-Visite beim belagerten Assange

Der Genfer SP-Nationalrat Carlo Sommaruga hat Julian Assange in London besucht. SVP-Parlamentarier Christoph Mörgeli spricht von einer «aussenpolitischen Dummheit».

Julian Assange verlas am 19. August 2012 ein Statement vom Balkon der ecuadorianischen Botschaft. Dort hatte er zwei Monate zuvor politisches Asyl beantragt.
Julian Assange verlas am 19. August 2012 ein Statement vom Balkon der ecuadorianischen Botschaft. Dort hatte er zwei Monate zuvor politisches Asyl beantragt.
Keystone

Die Idee stammt von Carlo Sommaruga. In einem Brief schlug der Genfer SP-Nationalrat Julian Assange ein Treffen vor – der Gründer von Wikileaks willigte ein und empfing den Schweizer Parlamentarier heute vor einer Woche in der ecuadorianischen Botschaft in London.

Dorthin war der Australier im Juni 2012 geflüchtet – dort sitzt der 42-Jährige seit mehr als einem Jahr fest, Tag und Nacht belagert von der Polizei. Schweden wirft ihm vor, zwei Frauen vergewaltigt zu haben und verlangt seine Auslieferung. Assange befürchtet, dass er wegen der Enthüllungen von amerikanischen Botschaftsdepeschen bei einer Auslieferung nach Schweden ebenfalls an die US-Justiz überstellt würde. Darüber hinaus dürfte ihn Grossbritannien zur Rechenschaft ziehen: Er verstiess mit seiner Flucht in die Botschaft und seinem Asylantrag wohl gegen die Auflagen, die bei seiner Entlassung aus der Untersuchungshaft gegen Kaution festgesetzt wurden.

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