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So viel Lösegeld zahlte die Schweiz für die Mali-Geiseln

Die «New York Times» hat recherchiert, wie viel Regierungen bei Entführungen von al-Qaida zahlen. Auch die Schweiz soll Geiseln freigekauft haben.

Gabriella und Werner Greiner reisten im Januar 2009 zusammen mit zwei anderen Touristen durchs Grenzgebiet zwischen Mali und Niger – trotz Warnungen des EDA. Die Reisegruppe wurde von der Terrorgruppe «al-Qaida im islamischen Maghreb» entführt. Gabriella Greiner kam im April 2009 frei, Werner Greiner im Juli 2009.

Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) dementierte, ein Lösegeld gezahlt zu haben – wie immer bei Entführungen. Laut inoffiziellen Berichten sollen vier Millionen Franken geflossen sein.

Jetzt schreibt die «New York Times», die Schweiz habe 2009 ein Lösegeld in der Höhe von 12,4 Millionen US-Dollar (nach heutigem Kurs: knapp über 11,2 Millionen Schweizer Franken) gezahlt.

Lösegelder als Entwicklungshilfe getarnt

Die «New York Times» hat bei mehreren Entführungsfällen die Höhe der Lösegelder nachrecherchiert. Die renommierte Zeitung stützt sich dabei auf interne Al-Qaida-Dokumente, Gespräche mit Regierungsmitarbeitern, Geiseln und Diplomaten in insgesamt zehn Ländern. Die Lösegelder würden durch Stellvertreter überwiesen, manchmal getarnt als Entwicklungshilfezahlungen. Die Zahlen wurden von keiner Regierung offiziell bestätigt.

Bildstrecke: Immer wieder wurden Schweizer im Ausland als Geiseln genommen.

David Och und Daniela Widmer nach ihrer Freilassung am Flughafen Zürich im März 2012. Die beiden wollten über Pakistan nach Indien reisen.
David Och und Daniela Widmer nach ihrer Freilassung am Flughafen Zürich im März 2012. Die beiden wollten über Pakistan nach Indien reisen.
Keystone
Sie wussten, dass ihre Reise gefährlich war: David Och und Daniela Widmer in einem Video der Taliban. Das Paar war im Juli 2011 in der pakistanischen Provinz Belutschistan entführt worden.
Sie wussten, dass ihre Reise gefährlich war: David Och und Daniela Widmer in einem Video der Taliban. Das Paar war im Juli 2011 in der pakistanischen Provinz Belutschistan entführt worden.
Keystone
Geiseln als politisches Druckmittel: Während der Libyenkrise wurde der ABB-Mitarbeiter Max Göldi in Libyen festgehalten, im Juni 2010 kam er frei.
Geiseln als politisches Druckmittel: Während der Libyenkrise wurde der ABB-Mitarbeiter Max Göldi in Libyen festgehalten, im Juni 2010 kam er frei.
Keystone
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Lösegeldzahlungen sind für die al-Qaida eine wichtige Einnahmequelle. Insgesamt sollen Regierungen seit 2008 mindestens 125 Millionen US-Dollar (113,1 Millionen Schweizer Franken) an diverse Ableger der Terrororganisation überwiesen haben. Alleine im letzten Jahr kassierte die al-Qaida Lösegeldzahlungen im Wert von 66 Millionen US-Dollar (59,7 Millionen Schweizer Franken).

Die Entführung des Ehepaars Greiner ist kein Einzelfall. Zuletzt entführten die Taliban einBerner Ehepaar in Pakistan. Die beiden sagen, sie hätten sich selber von den Taliban befreit. Allerdings bestehen Zweifel an der Fluchtbehauptung.

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