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So viel verdienen Schweizer Stadtpräsidenten

Eine Erhebung der «Weltwoche» zeigt: Die Löhne von Schweizer Stadtpräsidenten variieren beträchtlich. Und sie sind nicht abhängig von der Grösse der Stadt.

Muss nicht bei Wurst und Brot darben: Der Solothurner Stadtpräsident Kurt Fluri.
Muss nicht bei Wurst und Brot darben: Der Solothurner Stadtpräsident Kurt Fluri.

Wie viel verdient eigentlich ein Schweizer Stadtpräsident? Das ist von Kanton zu Kanton verschieden. Und zwar sehr verschieden, wie eine Aufstellung der «Weltwoche» in ihrer heutigen Ausgabe zeigt (Artikel online nicht verfügbar). Am grosszügigsten entlöhnen die Städte Solothurn, Rorschach, Basel und Bern ihre Stadtpräsidenten. Auffällig ist dabei, dass Thomas Müller, SVP, als Präsident einer Kleinstadt wie Rorschach mit einem Gesamtlohn von 319'400 Franken deutlich mehr verdient, als etwa Corine Mauch, die Zürich präsidiert und 269'500 Franken verdient. Und auch mehr als der Basler Regierungsratspräsident Guy Morin mit 312'400 Franken Lohn. Müller ist denn auch der schweizweit teuerste Stadtpräsident für die Bürger – sein Amt kostet den einzelnen Steuerzahler 24.24 Franken pro Jahr.

Für ihren Bericht hat die «Weltwoche» sämtliche Schweizer ­Städte nach den Löhnen ihrer Präsidenten ­befragt. Wo keine Antwort kam, wurden die Daten anderen Medienberichten entnommen.

Üppige Zusatzverdienste

Kurt Fluri (FDP) ist Stadtpräsident von Solothurn und wird pro Jahr mit stolzen 243'311 Franken entlöhnt. Dazu kommen noch die Entschädigung für sein Nationalratsmandat sowie Sitzungsgelder und Honorare aus diversen Nebenmandaten. Insgesamt kommt Fluri auf ein Totaleinkommen von 378'975 Franken. Fluri sei nach den Bundesräten der bestbezahlte Politiker der Schweiz, schreibt die «Weltwoche». Zum Vergleich: Hans-Jörg Huber aus der Zürichsee-Gemeinde Richterswil erhält für sein Amt als Stadtpräsident gerade mal 32'500 Franken und bezieht damit den tiefsten Lohn unter allen Schweizer Stadtpräsidenten.

Trotzdem habe er Hemmungen, sich selber den «Lohn raufzutun», sagte er gegenüber der «Weltwoche» – ganz im Gegensatz zu anderen Stadtpräsidenten. Viele verfolgen neben diesem Amt meistens noch diverse andere Mandate und beziehen üppige Zuschüsse aus Sitzungsgeldern und Ähnlichem. Steuerzahler haben an exorbitanten Entschädigungen in der Regel wenig Freude, sofern sie davon erfahren. Walter Bosshard, der Bülach präsidiert, hat das Stimmvolk eine Lohnerhöhung versagt. Mit einem Bruttoverdienst von jährlich 68'344 Franken ist Bosshard landesweit der am schlechtesten verdienende Stadtpräsident mit Nebenmandaten.

Bund der Steuerzahler erwägt Volksinitiative

In Frauenfeld forderte der Bund der Steuerzahler eine Beschränkung des Stadtpräsidentenlohns auf 200'000 Franken. Geschäftsführer Thomas Fuchs will die Saläre schweizweit mittels Volksinitiative auf eine Obergrenze von 200'000 festlegen.

Die Politiker hingegen argumentieren wie auch Wirtschaftsführer: Würden die Löhne begrenzt, fänden sich auch nicht mehr die besten Kandidaten für das Amt, meinen sie. Das wiederum würde aber bedeuten, dass es in der Ost- und westlichen Deutschschweiz die fähigsten Stapis gibt, denn wie die Erhebung der «Weltwoche» zeigt, werden die Stadtpräsidenten dort tendenziell am höchsten entlöhnt.

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