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100 Männer und ein paar Frauen gegen die «feministische Ideologie»

In Winterthur hat das zweite internationale Antifeminismus-Treffen stattgefunden. Der Auflauf der Teilnehmer der Tagung, wie auch der Gegner(innen), hat sich in Grenzen gehalten.

In Plakaten war dem Treffen der Antifeministen der Kampf angesagt worden. Heute gab es jedoch nach Auskunft der Winterthurer Stadtpolizei am Tagungsort, einem Hotel im Winterthurer Quartier Töss, keine Störmanöver. Einzig einige Restaurant-Besucher hätten mit ein paar A4-Plakaten protestiert, hiess es bei den Organisatoren.

Rund 100 Männer haben am Treffen teilgenommen. Auch einige Frauen waren dabei. Organisiert wurde die Tagung von der IG Antifeminismus (IGAF) und dem Verein «Antifeministen». Bei den Referentinnen und Referenten handelte es nicht nur um Antifeministen. So wandte sich beispielsweise mit Markus Theunert ein expliziter Kritiker der IGAF ans Publikum. Der Präsident des Dachverbandes der Schweizer Männer- und Väterorganisationen provozierte mit seinem Referat «Männerpolitik statt Antifeminismus».

Eine Frau strauchelt über ihr Männer-Engagement

Die Mehrzahl der Rednerinnen und Redner kamen aus dem deutschsprachigen Ausland. So sprach beispielsweise die Familientherapeutin Monika Ebeling über ihre Erfahrungen als Gleichstellungsbeauftrage der deutschen Stadt Goslar. Die SPD-Frau war von ihrem Amt abberufen worden, weil sie sich angeblich zu stark für die Männerrechte eingesetzt hatte.

Mit Manipulationsversuchen durch die Sprache befasste sich der Berliner Schriftsteller Bernhard Lassahn. Der Frankfurter Publizist Michail Savvakis sieht den Feminismus als «Ausdruck spätabendländischer Selbstentfremdung». Gerhard Amendt aus Wien, der Gründer des Instituts für Geschlechter- und Generationenforschung der Universität Bremen, sprach darüber, dass der Feminismus den Mann als Feindbild braucht.

Die IGAF plant die Teilnahme an den Nationalratswahlen im Kanton Zürich, wie Urs Bleiker, Präsident des Vereins Antifeministen, sagte. Das dritte Antifeminismus-Treffen soll im Herbst nächsten Jahres in Deutschland stattfinden.

Geheimer Ort für 1. Treffen

Im letzten Herbst hatten die Organisatoren des ersten Antifeminismus-Treffens Schwierigkeiten, einen Tagungsort zu finden. Lokale in der Stadt Zürich und in Uitikon ZH zogen ihre Zusagen wieder zurück, nachdem Linksaktivisten Farbanschläge begangen und Demonstrationen gegen das Treffen angekündigt hatten. Schliesslich gelang es doch, einen Ort zu finden. Dieser wurde aber den Teilnehmenden erst im letzten Moment bekannt gegeben.

Der Gründer der Interessengemeinschaft Antifeminismus (IGAF), René Kuhn, hatte wegen seinen frauenfeindlichen Äusserungen in der Öffentlichkeit alle seine politischen Ämter verloren.

Die SVP der Stadt Luzern schloss im letzten Dezember ihren ehemaligen Präsidenten aus der Partei aus. Kuhn politisierte für die SVP im Stadtparlament und gehörte auch der Geschäftsleitung der SVP des Kantons Luzern und dem Zentralvorstand der SVP Schweiz an.

SDA/rub

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