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14 neue Verwahrungen in fünf Jahren

Entgegen dem Volkswillen geht die Zahl der Verwahrungen stark zurück. Das sorgt für Kritik von links und von rechts.

rar
Gerichte sprechen immer weniger Verwahrungen aus: Das Obergericht in Zürich. (24. März 2015)
Gerichte sprechen immer weniger Verwahrungen aus: Das Obergericht in Zürich. (24. März 2015)
Keystone

Nächste Woche wird das Bundesamt für Justiz den Bericht über die Verwahrungspraxis in der Schweiz publizieren. Dem «SonntagsBlick» berichtet in seiner aktuellen Ausgabe bereits jetzt über die Zahlen. Sie zeigen: Obwohl sich das Volk 2004 bei der Verwahrungsinitiative für strenge Massnahmen aussprach, geht die Zahl der Verwahrungen massiv zurück.

Zwischen 2010 und 2014 gab es nur 14 entsprechende rechtskräftige Urteile. In den fünf Jahren zuvor waren es noch 58. Statt langer Haftstrafen werden immer mehr Täter psychologisch behandelt. Die «stationäre, therapeutische Massnahme» wurde in den zehn Jahren nach der Initiative 991 Mal verordnet. In den zehn Jahren davor lediglich 325 Mal. Die lebenslange Verwahrung wurde erst in fünf Fällen verhängt und ist erst in einem rechtskräftig.

Kritik von Rickli und Jositsch

«Diese Entwicklung geht komplett am Willen der Bevölkerung vorbei», sagt SVP-Nationalrätin Natalie Rickli zum «SonntagsBlick». «Das Volk hat 2004 ein klares Zeichen gesetzt, dass rückfallgefährdete Straftäter für lange Zeit hinter Gitter gehören. Dass sie stattdessen zunehmend therapiert und wieder freigelassen werden, ist absurd.»

Rickli fordert entsprechende Anpassungen im Gesetz. Auch SP-Nationalrat Daniel Jositsch findet die Wende hin zu mehr Therapie problematisch: «So viele Personen zu therapieren, ist organisatorisch kaum möglich. Und es ist extrem teuer», sagt der Strafrechtsprofessor.

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