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14 Stunden schuften auf den SBB-Baustellen

Gemäss einem Fernsehbericht verstossen Gleisbau-Firmen auf den SBB-Baustellen gegen das Arbeitsgesetz. Die Verantwortlichen liefern dafür eine erstaunliche Begründung.

Erhöhte Unfallgefahr durch lange Arbeitszeiten: Gleisarbeiter auf einer SBB-Baustelle.
Erhöhte Unfallgefahr durch lange Arbeitszeiten: Gleisarbeiter auf einer SBB-Baustelle.
Keystone

Schweizweit und über mehrere Jahre wurde auf SBB-Baustellen gegen das geltende Arbeitsgesetz verstossen. Dies der alarmierende Befund der Arbeitsinspektoren des Amtes für Wirtschaft und Arbeit des Kantons Zürich (AWA). Kontrolliert haben die Behörden einen der grössten Gleisbauer der Schweiz, die Firma Sersa AG.

Der Sendung «Rundschau» des Schweizer Fernsehens (SRG) liegt das Ergebnis der Kontrollen aus den Jahren 2008, 2009 und 2011 vor. Rapportiert werden im April 2012 gleich mehrfache Gesetzesverstösse: Überschreitung der wöchentlichen Höchstarbeitszeit, andauernde Nachtarbeit, zu wenig freie Sonntage, zu lange Arbeitsschichten.

Das AWA schreibt im Brief an die Sersa AG und an die SBB: «Eine Nachtschicht (einschliesslich Rückreise) von beispielsweise 14 Stunden, scheint aus unserer Sicht das Risiko einer Unfallgefährdung stark zu erhöhen.» Die Arbeitsinspektoren des Kantons Zürich vermuten – laut einem Schreiben an die «Rundschau» - dass sich die Situation seit letztem Jahr nicht «grundlegend verändert hat». Sprich: Gesetzesverstösse halten an.

Gleisbau-Firma: «Können Arbeitsgesetz nicht einhalten»

Rudolf Krauer ist Direktor der grössten Schweizer Gleisbau-Firma der Schweiz, der Sersa AG. Im Auftrag der SBB erneuern die Spezialisten auf SBB-Baustellen abgenützte Schienen. Auf die Frage der Rundschau, ob der Gleisbauer heute, 2013, das Arbeitsgesetz einhalte, antwortet der Direktor der Gleisbau-Firma Sersa: «Wir können das Arbeitsgesetz nicht auf allen SBB-Baustellen einhalten. Das ist unmöglich.» Erstaunliche Begründung: Dies würde die Arbeiten viel teurer machen.

Konfrontiert mit den Gesetzesverstössen auf SBB-Baustellen zeigt sich SBB-Personalchef Markus Jordi gegenüber der «Rundschau» besorgt. Die Sicherheit von Passagieren und Mitarbeitern stehe immer zuvorderst. Jordi: «Wir verlangen von sämtlichen von uns beauftragten externen Firmen die Einhaltung des Arbeitsgesetzes. Dies ist Bestandteil unserer Verträge.» Wenn dies nicht eingehalten werde, gehe die SBB den Gesetzesverstössen nach, hält Jordi fest.

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