Nachgerechnet: Was bringt mir die Altersreform?

Zwischen 1.50 und 70 Franken: Wir zeigen an Rechenbeispielen, wer wie viel mehr Rente bekommt.

Deutlich mehr einzahlen und vielleicht etwas mehr Rente erhalten: Das sind knapp zusammengefasst die Auswirkungen der Rentenreform.

Deutlich mehr einzahlen und vielleicht etwas mehr Rente erhalten: Das sind knapp zusammengefasst die Auswirkungen der Rentenreform. Bild: Keystone

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Vorbemerkung:
Die Rentenreform soll im Jahr 2018 in Kraft treten. Wer heute bereits eine Rente bezieht oder bis ins Jahr 2018 pensioniert wird, ist von der Reform nicht betroffen.


Doch was bedeutet die Reform für alle anderen? Eine Übersicht des Bundesamts für Sozialversicherungen zeigt, wem voraussichtlich was bevorsteht – in der ersten und der zweiten Säule zusammen. Hier finden Sie die Tabelle.

Zur Veranschaulichung haben wir drei Beispiele herausgepickt. Dabei ist wichtig: Es gilt die Annahme, dass sich die heutige Einkommenssituation bis zur Pensionierung nicht mehr ändert und dass bis dahin keine weitere Reform mehr notwendig ist.

Die Jungen

Eckdaten: 29 Jahre, 70'000 Franken AHV-pflichtiger Jahreslohn

Mit der Reform werden sowohl die AHV-Beiträge als auch die Zahlungen an die Pensionskasse für Arbeitnehmer und Arbeitgeber erhöht. Unser 29-Jähriger zahlt deshalb nach Umsetzung der Reform pro Jahr 457 Franken mehr in AHV und Pensionskasse ein als ohne Reform. Bis zur Pensionierung macht das knapp 33'000 Franken mehr Beiträge von Arbeitnehmer und Arbeitgeber. Als Gegenleistung fällt seine Rente aus AHV und Pensionskasse nach der Pensionierung um 597 Franken im Jahr höher aus. Oder um 50 Franken pro Monat. Insgesamt erhält er rund 3500 Franken Rente pro Monat.

Nicht mit eingerechnet ist in diesem Beispiel und allen folgenden Beispielen die Erhöhung der Mehrwertsteuer wegen der Rentenreform. Sie belastet den 29-Jährigen bis ans Ende seines Lebens zusätzlich.

Für 29-Jährige mit tieferem Einkommen steigt die Rente stärker als in unserem Beispiel. Für 29-Jährige mit höherem Einkommen steigt sie weniger stark oder sinkt sogar.


Die Mittelalterlichen

Eckdaten: 44 Jahre, 70'000 Franken AHV-pflichtiger Jahreslohn

Bei unserem 44-Jährigen steigen die Beiträge für AHV und Pensionskasse noch stärker an als für den 29-Jährigen. Und zwar um 1227 Franken pro Jahr. Bis zur Pensionierung macht das rund 20'000 Franken mehr Beiträge von Arbeitnehmer und Arbeitgeber. Als Gegenleistung fällt seine Rente aus AHV und Pensionskasse nach der Pensionierung um 18 Franken im Jahr höher aus. Oder um 1.50 Franken pro Monat. Insgesamt erhält er rund 3450 Franken Rente pro Monat.

Für 44-Jährige mit tieferem Einkommen steigt die Rente stärker als in unserem Beispiel. Für 44-Jährige mit höherem Einkommen sinkt sie.


Die Bald-Rentner

Eckdaten:59 Jahre, 70'000 Franken AHV-pflichtiger Jahreslohn

Diese Generation profitiert am meisten von der Reform. Unser 59-Jähriger muss während einiger weniger Jahre etwas mehr Beiträge für AHV und Pensionskasse zahlen. Und zwar 845 Franken pro Jahr. Bis zur Pensionierung macht das rund 3600 Franken mehr Beiträge von Arbeitnehmer und Arbeitgeber. Als Gegenleistung fällt seine Rente aus AHV und Pensionskasse nach der Pensionierung um 840 Franken im Jahr höher aus. Oder um 70 Franken pro Monat. Insgesamt erhält er etwas mehr als 3500 Franken Rente pro Monat.

In dieser Alterskategorie ist die Erhöhung der Rente in allen Einkommenskategorien etwa gleich gross.


Nachbemerkung:
Die Altersreform ist so ausgestaltet, dass das System bis ins Jahr 2030 stabil bleibt. Für die Zeit danach braucht es eine weitere Reform. Wer also nach 2030 pensioniert wird, erhält mit ziemlicher Sicherheit eine andere Rente als jene, die das Bundesamt für Sozialversicherungen aktuell ausgerechnet hat. Hier nochmals der Link zur Tabelle.

Zudem rechnen die einzelnen Pensionskassen sehr unterschiedlich, bieten teilweise mehr Leistungen als gesetzlich vorgeschrieben. Die Beispiele des Bundesamts geben deshalb nur eine ungefähre Vorstellung, was mit den Renten nach der Altersreform passiert.

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(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 16.03.2017, 12:49 Uhr

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