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17'000 neue Asylgesuche

Im ersten Halbjahr 2012 sind in der Schweiz fast 50 Prozent mehr Asylgesuche eingegangen als letztes Jahr im selben Zeitraum. Noch immer stammen viele Gesuchsteller aus Balkanstaaten.

Zahlen steigen weiter an: Eine asylsuchende Frau mit ihrem Kind in einem Empfangszentrum in Basel. (Archivbild)
Zahlen steigen weiter an: Eine asylsuchende Frau mit ihrem Kind in einem Empfangszentrum in Basel. (Archivbild)

Die Asylsituation bei Bund und Kantonen sei angespannt, die Zahlen stiegen weiter an: Laut Mario Gattiker, Direktor des Bundesamts für Migration (BFM), muss die Schweiz Verfolgte schützen, Verfahren fair durchführen, aber ebenso Missbräuche bekämpfen und ihre Glaubwürdigkeit erhalten.

17'219 neue Asylgesuche sind in der Schweiz von Januar bis Juli 2012 eingegangen. Das sind 49 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres, wie Gattiker heute Dienstag vor den Medien in Basel sagte. Allein im Juli wurden über 2700 neue Gesuche verzeichnet.

Viele Gesuchsteller aus Balkanstaaten

Die meisten Gesuchsteller stammen aus Eritrea und Nigeria. Danach folgen aber bereits die Balkanstaaten Mazedonien und Serbien, aus denen man visumsfrei in die Schweiz einreisen kann. An fünfter Stelle bei den neu eingereichten Asylgesuchen steht Tunesien.

Gattiker sieht dabei Spätfolgen des arabischen Frühlings, weil sich neue Migrationswege öffneten. In Europa führe aber auch die Wirtschaftskrise, die beispielsweise die Landwirtschaft südlicher Länder treffe, zu Wanderungen. Gleichzeitig sei die Schweiz attraktiv, da sie die Wirtschaftskrise vergleichsweise gut überstanden hat.

Mit den Massnahmen bei Asylgesuchen aus visumsbefreiten Ländern gibt das BFM deren Behandlung nun die höchste Prioritätsstufe. Diese kommt sonst nur in Fällen von straffälligen Asylsuchenden zur Anwendung.

SDA/fko

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