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2350 Asylgesuche innerhalb einer Woche

Die Zahl der Asylanträge ist in der letzten Woche explodiert. Rund 1000 Gesuche mehr als in der Vorwoche sind eingegangen – vorwiegend aus Afghanistan.

Weniger Syrer, mehr Afghanen: Asylsuchende beim Frühstück in der Notunterkunft St. Gallenkappel. (12. November 2015)
Weniger Syrer, mehr Afghanen: Asylsuchende beim Frühstück in der Notunterkunft St. Gallenkappel. (12. November 2015)
Gian Ehrenzeller, Keystone

Beim Staatssekretariat für Migration sind in der letzten Woche 2350 Asylanträge eingegangen. Das zeigt ein internes Papier, das der «Rundschau» vorliegt. Darin schreibt das Staatssekretariat: «Die effektive Zahl liegt für die Zeit vom 2.11.2015 bis 8.11.2015 bei 2350 Personen.» Das sind rund 1000 Gesuche mehr als in der Vorwoche, meldet die «Rundschau» in einer Vorabmeldung für die Sendung von kommendem Mittwoch.

Die Anzahl Asylgesuche in der Schweiz ist insgesamt im Oktober leicht auf 4750 gestiegen. Im Vergleich zum September ersuchten damit 206 Personen mehr um Asyl. Insgesamt zählt das Staatssekretariat für Migration (SEM) in diesem Jahr rund 29'000 Gesuche.

Wie erwartet haben vor allem die Anträge von Personen aus Afghanistan zugenommen. So stellten im Oktober 1533 Afghaninnen und Afghanen ein Asylgesuch, wie das SEM mitteilte. Das sind 875 mehr als im September. Auch bei Personen aus dem Irak (519) und Sri Lanka (212) gab es Zunahmen um mehr als 100 Gesuche.

Herbststürme auf dem Mittelmeer

Um 57 Prozent auf 599 zurückgegangen ist hingegen die Zahl der Anträge von Menschen aus Eritrea. Grund dafür dürften nach Angaben des SEM die Herbststürme auf dem Mittelmeer sein.

Ebenfalls abgenommen haben Gesuche von Syrerinnen und Syrern. So ersuchten im Oktober 621 Personen aus dem Bürgerkriegsland um Asyl in der Schweiz. Das sind 292 weniger als im September. Zwar blieben die Gesuchseingänge in der Schweiz im Vergleich mit Europa moderat, hiess es weiter. Doch die Situation bleibe angespannt.

Auch deshalb bespricht am Freitagnachmittag Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga mit dem Vorstand der kantonalen Justiz- und Polizeidirektorenkonferenz (KKJPD) und der Sozialdirektorenkonferenz (SODK) die Flüchtlingssituation. Die Frage sei, ob zusätzliche Massnahmen ergriffen werden müssten, sagte Agnès Schenker, Sprecherin des Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartements (EJPD), auf Anfrage.

SDA/slw

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