3500 Kinder leben in Heimen oder Pflegefamilien

Wie eine Statistik zeigt, platziert die Kesb weniger Kinder in Heimen und Pflegefamilien als ihre Vorgängerbehörde. Erstmals seit 1996 ist somit ein Rückgang zu verzeichnen.

Seit Januar 2013 im Einsatz: Eine beschriftete Eingangstür einer Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB).

Seit Januar 2013 im Einsatz: Eine beschriftete Eingangstür einer Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB). Bild: Urs Flueeler/Keystone

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In den kommenden Tagen beginnt die Unterschriftensammlung für die Volksinitative «Mehr Schutz für Familien». Mitinitiantin und St. Galler SVP-Nationalrätin Barbara Keller-Inhelder will mit der Volksinitiative das Recht der Angehörigen gegenüber der Kesb stärken. Am 1. Januar 2013 löste die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (Kesb) ihre Vorgängerin, die Vormundschaftsbehörde, ab und ist seither umstritten.

Doch anders als von den Gegnern befürchtet, schickt die neu geschaffene Kesb weniger Kinder in Heime oder Pflegefamilien als es ihre Vorgängerbehörde vor wenigen Jahren tat. Wie die «Schweiz am Sonntag» berichtet, sollen dies Zahlen aus der aktuellen Statistik der Kokes, der Dachorganisation der Kesb, zeigen.

Rückgang um 1,3 Prozent

Von 1996 bis 2012 haben bei den Kindern die Schutzmassnahmen jährlich um vier Prozent zugenommen – doch jetzt sei erstmals ein Rückgang um 1,3 Prozent zu verzeichnen. So habe es per Ende letzten Jahres in der Schweiz 40 600 Kinder mit einer Schutzmassnahme gegeben. Bei Erwachsenen wie auch bei Kindern betreffe der grösste Teil der Kesb-Massnahmen die Anordnung eines Beistands. Bei beiden Gruppen mache dies rund 70 Prozent aller Fälle aus.

Gemäss den Zahlen waren per Ende 2015 genau 3449 Kinder fremdplatziert. Im Jahr 2012 unter der alten Vormundschaftsbehörde waren es 3859 Kinder, im Jahr 2011 3546. Anders als von Gegnern oft behauptet, reisst die Kesb demnach nicht immer mehr Kinder aus dem Schoss ihrer Familien, so die Zeitung. «Sollte es sich herausstellen, dass die Kesb tatsächlich weniger Massnahmen verfügt als die Vormundschaftsbehörden, würde mich das freuen», sagt Barbara Keller-Inhelder in der «Schweiz am Sonntag». Ihr persönlicher Eindruck sei aber ein anderer. Ein allfälliger Rückgang bei den Gesamtzahlen dürfe nicht dazu führen, bei Einzelfällen wegzusehen.

Ob weniger Fremdplatzierungen auch bessere Entscheide bedeuten, ist nicht zu eruieren. Eine Auflistung, wie oft die 146 Kesb Fehlentscheide treffen, gibt es nicht. Auf Nachfrage der Zeitung hätten jedoch verschiedene Kantone ihre Beschwerde-Statistik präsentiert. Demnach werde jährlich nur gegen ein Prozent der Entscheide eine Beschwerde geführt. (foa)

Erstellt: 04.09.2016, 09:26 Uhr

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