Allein der Sonderzug für Xi kostete 92'000 Franken

Die Schweiz hat Chinas Präsident Xi Jinping Anfang Jahr den Hof gemacht. Und so teuer kam die Gesamtrechnung.

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Den Staatsbesuch aus China liess sich die offizielle Schweiz einiges kosten, wie Recherchen von «20 Minuten» zeigen. So reiste Staatspräsident Xi Jinping in einem VIP-Salonwagen der SBB zum Kurzbesuch ans WEF nach Davos und tags darauf ins Olympische Museum nach Lausanne. Kostenpunkt: 92'305 Franken.

Bundespräsidentin Doris Leuthard lud Xi und seine Frau zum Staatsdinner im Hotel Bellevue Palace in Bern. Mit an den Tischen sassen auch die anderen sechs Magistraten und ihre Partnerinnen sowie ein Heer von Staatsekretären und Diplomaten. Die Gruppe umfasste laut dem Bund 87 Personen. Was die Gastgeberin auftischen liess: Zanderfilet aus dem Genfersee, zum Hauptgang grilliertes Wollschwein an Aargauer Whisky-Sauce mit Rüebli, dem Heimatkanton der Bundesrätin. Zum Trinken gab es Petite Arvine aus dem Wallis und Tessiner Merlot. Kostenpunkt fürs Staatsdinner: 42'265 Franken. Macht pro Person 485 Franken.

Der erlauchte Kreis der Eingeladenen

Nach den offiziellen Gesprächen traf sich Präsident Xi mit der Schweiz mit hiesigen Wirtschaftsführern. Zwar hatte der Bund über dieses Treffen informiert, die Teilnehmerliste hielt er allerdings unter Verschluss.

Am runden Tisch sassen neben Bundespräsidentin Leuthard Wirtschaftsminister Johann Schneider-Amman und der Präsident von Economiesuisse, Heinz Karrer. Wie «20 Minuten» mit Verweis auf entsprechende Dokumente berichtet, umfasst die Liste der Geladenen 27 Namen, darunter den damaligen Nestlé-CEO Paul Bulcke, Novartis-Chef Joe Jimenez oder Glencore-Lenker Ivan Glasenberg, aber auch Ems-Chefin und SVP-Nationalrätin Magdalena Martullo, UBS-Chef Sergio Ermotti und einige KMU, darunter der Uhrenhersteller Titoni aus Grenchen.

Video: Bundesrat trifft Chinas Staatspräsidenten

Worüber genau gesprochen wurde, bleibt im Dunkeln. Das Treffen hatte keine formelle Traktandenliste und von Schweizer Seite kein Protokoll.

781 Franken für Menukarten

Dass die Schweiz an keinen Aufwand scheute, zeigt auch dieses Detail aus der Abrechnung: Allein für die während des Staatsbesuches verwendeten Menükarten verlangte eine Berner Druckerei vom Bund 781 Franken. Ein bedeutenderer Posten waren die Suite für Präsident Xi und die Zimmer für seine Entourage. Das Hotel Bellevue Palace stellte dem Bund für eine Übernachtung 10'541 Franken in Rechnung. Grösster Ausgabeposten sind mit 263'483 Franken die Kosten für Transporte und Treibstoffe.

Unter all den in einer Tabelle aufgelisteten Beträgen schreibt der Bund in gefetteter schwarzer Schrift: Total Staatsempfang China: 523'519 Franken und 10 Rappen.

Bildstrecke: Chinas Präsident in der Schweiz:

Übernommen von «20 Minuten», bearbeitet von «tagesanzeiger.ch».

Erstellt: 27.09.2017, 10:03 Uhr

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