Am 1. Januar entsteht ein neuer Kanton

Anfang 2011 tritt im Kanton Glarus die umfassendste Gemeindestrukturreform der Schweiz in Kraft: 25 Ortsgemeinden vereinigen sich zu nur noch drei Kommunen. Eine gigantische Aufgabe.

Aus 25 wird 1: Die drei neuen Gemeindepräsidenten und Landamman Robert Marti (rechts) posieren anlässlich einer Fahnensegnung am 1. Juli 2010 auf dem 3614 Meter hohen Tödi.

Aus 25 wird 1: Die drei neuen Gemeindepräsidenten und Landamman Robert Marti (rechts) posieren anlässlich einer Fahnensegnung am 1. Juli 2010 auf dem 3614 Meter hohen Tödi. Bild: Keystone

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Die Sensation war perfekt, als im Mai 2006 die Glarner Landsgemeinde gegen den Willen von Regierung und Kantonsparlament dem Antrag eines Bürgers folgte und eine Zusammenlegung von 25 Ortsgemeinden, 18 Schulgemeinden, 16 Fürsorgegemeinden und 9 Bürgergemeinden zu nur 3 Gemeinden beschloss.

Der Entscheid wurde angefochten, aber eine ausserordentliche Landsgemeinde im November 2007 bestätigte den Beschluss mit deutlichem Mehr. Die 3 neuen Gemeinden heissen Glarus Süd, Glarus und Glarus Nord.

Drei Gemeinden, drei Gemeindeverfassungen

Obwohl gleichzeitig entstanden, haben die neuen Orte unterschiedliche politische Strukturen. Als einzige Gemeinde und als Novum im Kanton hat sich Glarus Nord für ein Gemeindeparlament entschieden, das 33 Mitglieder zählt. 6 Gemeinderäte und ein Präsident führen die 7 Ressorts. In der neuen Kommune werden 8 Gemeinden vereinigt.

Glarus Süd, das 13 bisherige Gemeinden umfasst und mit 430 Quadratkilometern flächenmässig die grösste Schweizer Kommune sein wird, hat sich für ein 15er-Gremium entschieden, das sich aus dem Gemeindepräsidenten, 4 Departementsvorstehern und 10 Gemeinderäten zusammensetzt.

Die 4 Gemeinden in der Mitte des Kantons haben den Namen des Kantonshauptortes Glarus übernommen. Hier wählten die Stimmberechtigten einen 7-köpfigen Gemeinderat, der 7 Ressorts führt.

Halbjährige Übergangsphase

Bereits Anfang Juli 2010 übernahmen die neuen Gemeinderäte die Führung der bisherigen Gemeinden. Der Führungswechsel wurde mit viel Symbolik eingeläutet: Auf dem höchsten Glarner Berg, dem Tödi, überreichte der Glarner Landammann den 3 Gemeindepräsidenten die 3 neuen Gemeindewappen.

Bis zum Start in den neuen Strukturen verblieb ein halbes Jahr, um die neuen Grossgemeinden funktionsfähig zu machen. Ein ganzer Kanton sei in Bewegung gesetzt worden, erinnert sich Regierungsrätin Marianne Dürst, die Vorsitzende der kantonalen Projektleitung.

«Es gab in der Schweiz kein vergleichbares Modell und es war einmalig, ein solches Pionierprojekt leiten zu dürfen.» Jetzt freue sie sich aber darauf, zum ordentlichen politischen Alltag mit den neuen Gemeinden überzugehen.

Doppelte Arbeit für Gemeindebehörden

Die Herausforderung war auch für die neuen Behörden und die Verwaltung gross: Sie mussten die bis Ende Jahr bestehenden bisherigen Gemeinden führen und gleichzeitig die neuen startklar machen.

Allein in Glarus Nord wurden für die Fusion über 60 Projekte realisiert, wie Gemeindepräsident Martin Laupper erklärt. Besonders schwierig sei es gewesen, ohne Erfahrungswerte ein Budget zu erarbeiten.

Dass nicht alles auf Anhieb klappen wird, ist den neuen Gemeindebehörden klar, wie sie verschiedentlich verlauten liessen. Sie rechnen damit, dass sich vieles erst im Laufe der nächsten Jahre einpendeln wird und das eine oder andere noch angepasst wird.

Doch vorher wird gefeiert. Der Übergang ins neue Zeitalter wird am Silvester mit einem Sternmarsch eingeläutet. Er führt aus den bisherigen Gemeinden Netstal, Riedern und Ennenda ins neue Gross- Glarus. Danach wird eine 4 Meter hohe Skulptur in der Form der Zahl 3 beim Landsgemeindeplatz an die historische Gemeindereform erinnern. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 29.12.2010, 22:11 Uhr

Artikel zum Thema

Ein Prosit auf die «verschwunden» Gemeinden

In der Schweiz gibt es Anfang 2011 noch 2551 Gemeinden, 45 weniger als vor Jahresfrist. 58 kleinere Gemeinden wurden zu 13 grösseren zusammengelegt. Die meisten «verschwanden» in Glarus und im Tessin. Mehr...

Kommentare

Paid Post

Reife Frauen suchen Erotik

Nicht nur junge Hüpfer sind auf Erotik-Portalen unterwegs, sondern auch reife Frauen finden ihre Erotik-Partner übers Internet, bevor es beim Casual-Date zur Sache geht.

Die Welt in Bildern

Dürre: Ein Teich in der Nähe der texanischen Ortschaft Commerce ist vollständig ausgetrocknet. Für die nächsten zehn Tage werden in der Region Temperaturen von mehr als 37.7 Grad erwartet. (16.Juli 2018)
(Bild: Larry W.Smith/EPA) Mehr...