Auf dem Teller landen mehr illegale Lebensmittel

Immer mehr Lebensmittel halten nicht den gesetzlichen Richtlinien bezüglich Deklaration oder Hygiene stand. Ein EU-Warnsystem soll der Schweiz Abhilfe bieten.

Jährlich Zehntausende Stichproben: Ein Einkaufswagen mit Lebensmitteln wird durch einen Supermarkt geschoben. (14. Juni 2017)

Jährlich Zehntausende Stichproben: Ein Einkaufswagen mit Lebensmitteln wird durch einen Supermarkt geschoben. (14. Juni 2017) Bild: Julian Stratenschulte/Keystone

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Die Zahl der Strafanzeigen wegen illegaler Lebensmittel hat in den vergangenen drei Jahren um mehr als 20 Prozent zugenommen. Die kantonalen Labore der Schweiz reichen Anzeige wegen Lebensmitteln ein, die entweder falsch deklariert sind, gegen Hygienevorschriften verstossen oder die Gesundheit der Konsumenten gefährden. 2013 waren es gemäss der «NZZ am Sonntag» deren 727 Vorfälle, 2014 bereits 830, und 2015 lag die Zahl der Strafanzeigen bei 892.

In 85 Fällen der 2015 eingereichten Strafanzeigen stiessen die kantonalen Labore auf gesundheitsgefährdende Lebensmittel. Gemäss der Zeitung handelte es sich bei den meisten um Gemüse (23) und Fertigprodukte (14), vereinzelt aber auch um Fleisch, Fisch, Teigwaren, Obst, Pilze, Speiseöle und Babynahrung.

«Ein grösser werdendes Problem»

Doch neben den kantonalen Laboren sollen auch vermehrt Konsumenten auf die zunehmenden Gesetzesverstösse im Lebensmittelbereich reagieren. «Wir erhalten immer mehr Beanstandungen und Anfragen in diesem Bereich», sagt Josianne Walpen von der Stiftung für Konsumentenschutz der «NZZ am Sonntag». «Vor allem falsch deklarierte Lebensmittel sind ein grösser werdendes Problem.» Wegen falscher Deklarationen ermittelt die Zürcher Staatsanwaltschaft gegenwärtig gegen einen Händler, der grosse Mengen von Honig, der täuschend echt aussah, verkaufte.

Jährlich führen die kantonalen Labore Zehntausende Proben durch. Gemäss der Zeitung wurden 2015 von den 73'000 überprüften Lebensmittel rund 11'000 vorwiegend wegen Kleinigkeiten beanstandet. Bei schwereren Fällen verfügten die Labore aber die Einziehung der Ware und erstatteten Anzeige. Jedoch, so sollen manche Labore klagen, fehle es an finanziellen Mitteln für die Kontrollen.

Anschluss an das EU-Warnsystem

Abhilfe, zumindest was die Importe betrifft, soll der Anschluss der Schweiz an das EU-Warnsystem für falsch deklarierte und gesundheitsgefährdende Lebensmittel bieten. «Zurzeit führt die Schweiz mit der EU Diskussionen zur Erweiterung des Landwirtschaftsabkommens für alle Lebensmittel.

Kommt diese zustande, wird ein Anschluss an das Warnsystem möglich», sagt Sprecherin Nathalie Rochat. Im System der EU mit dem Namen «Rapid Alert System for Food and Feed» werden alle auffälligen Lebensmittel aus der EU erfasst. (foa)

Erstellt: 02.07.2017, 11:12 Uhr

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