Aufmerksamkeit dank Masseneinwanderungsinitiative

Im Jahr 2013 betraf jede dritte Parteinennung in den Medien die SVP. Am häufigsten war die Volkspartei in den Boulevardmedien präsent.

Die Masseneinwanderungsinitiative verschaffte der SVP viel Beachtung in den Medien: Ein Mann geht an einem Abstimmungsplakat vorbei. (Archivbild)

Die Masseneinwanderungsinitiative verschaffte der SVP viel Beachtung in den Medien: Ein Mann geht an einem Abstimmungsplakat vorbei. (Archivbild) Bild: Keystone

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Die SVP war im vergangenen Jahr in den Schweizer Medien überrepräsentiert. Jede dritte Parteinennung entfiel laut dem Jahrbuch 2014 «Qualität der Medien Schweiz» auf sie. Ihr Erfolg beruht darauf, dass sie eigene Themen in der medialen Agenda verankern kann.

Dies zeigt auch die Auswertung derjenigen Themen, mit denen eine Partei jeweils am meisten Beachtung fand. Bei der SVP waren dies 2013 die Familien- und die Zuwanderungsinitiative, welche die Partei selbst initiiert hatte. Von allen Parteien die grösste Aufmerksamkeit erhielt die SVP auch beim US-Steuerstreit.

Im Vergleich dazu konnte sich die SP nur in der Debatte über Managerlöhne profilieren. Ihre Resonanz bei der AHV und der Gesundheitsreform war zwar höher als diejenige anderer Parteien, doch in absoluten Zahlen relativ gering.

«Der Kompromiss wird zum Zeichen der Schwäche»

Bei FDP und CVP fällt auf, dass sie fast ausschliesslich Themen medial dominierten, in denen es um ihre eigene Entwicklung ging. So fanden die beiden Parteien mit ihren Parteiprogrammen und Kandidaten in Ersatzwahlen am meisten Beachtung.

Daneben machte die FDP mit den Genfer Wahlen im Herbst 2013 Schlagzeilen, während die CVP noch am meisten im Zusammenhang mit der Strafanzeige gegen den früheren Ständerat Bruno Frick genannt wurde.

Anteilsmässig erhielt die SVP mehr Aufmerksamkeit als SP (20 Prozent) und FDP (16 Prozent) zusammen. Während die Zahlen der beiden Partei etwa deren Wählerstärke entsprechen, war die SVP mit 37 Prozent weit überrepräsentiert. Nicht überraschend war die Resonanz der SVP in den Boulevardmedien am grössten.

Die ungleichen Resonanzchancen würden die Parteien dazu zwingen, Initiativen zu lancieren und ihre Programmatik zuzuspitzen, sagte Christine Egerszegi, Aargauer FDP-Ständerätin und Mitglied des Stiftungsrates der Stiftung Öffentlichkeit und Gesellschaft, vor den Medien in Bern. «Der Kompromiss wird zum Zeichen der Schwäche.» Das sei nicht gut für die Schweizer Konsenspolitik, mahnte sie. (rar/sda)

Erstellt: 27.10.2014, 12:05 Uhr

Aktuelle Studie zur Medienqualität

Heute wurde die fünfte Ausgabe des Jahrbuchs «Qualität der Schweizer Medien» vorgestellt. Die Studie stellt sinkende finanzielle Mittel für vielfältigen Informationsjournalismus fest und spricht von einem Rückgang der Medienqualität.

Die Forscher haben Medien aller Gattungen auf die Qualitätskriterien Vielfalt, Relevanz, Aktualität und Professionalität untersucht. Am besten schneidet in dieser Hinsicht das öffentliche Radio ab. Dahinter folgen überregionale Abonnementszeitungen, die Sonntagszeitungen und das öffentliche Fernsehen.

Das Jahrbuch 2014 «Qualität der Medien – Schweiz, Suisse, Svizzera» wurde vom Forschungsbereich Öffentlichkeit und Gesellschaft (FÖG) der Universität Zürich verfasst. Es ist in der Medienbranche umstritten. So erklärte der Verband Schweizer Medien letztes Jahr, das Jahrbuch stelle keinen «brauchbaren Gradmesser» für den Zustand der Medien dar. (sda)

Artikel zum Thema

BDP-Chef Landolt wirft Blocher Nazi-Rhetorik vor

An den Versammlungen von FDP und BDP wurden die Delegierten auf die Parteifeinde eingeschworen. FDP-Chef Müller sieht diesen in der SP, der BDP-Vorsitzende Landolt in der SVP. Mehr...

«Wir haben die saftigeren Geschichten»

Interview Trotz des Angriffs von links werde die Schweiz von Marignano weiterleben, sagt SVP-Nationalrat Peter Keller. Mehr...

Die SVP beackert den «Sozialirrsinn»

Nach den vielen Schlagzeilen über angeblichen Sozial- und Asylmissbrauch hat die Zürcher SVP vor den Medien teils radikale Forderungen aufgestellt. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Blog

Kommentare

Abo

Abo Digital - 26 CHF im Monat

Den Tages-Anzeiger unbeschränkt digital lesen, inkl. ePaper. Flexibel und jederzeit kündbar.
Jetzt abonnieren!

Die Welt in Bildern

Haben keine Höhenangst: Zwei Fensterputzer haben sich in Tokyo als Hund und Wildschein verkleidet. Die beiden Tiere sind in Japan die Sternzeichen dieses und des nächsten Jahres. (13. Dezember 2018)
(Bild: Kim Kyung-Hoon) Mehr...