Bäumle weist Kritik der CVP zurück

Der Chef der Grünliberalen glaubt, dass die BDP bei den Wahlen 2015 von einer Listenverbindung mit seiner Partei profitieren würde.

«Wir haben Listenverbindungen und Bundesratswahlen schon immer voneinander getrennt»: Martin Bäumle.

«Wir haben Listenverbindungen und Bundesratswahlen schon immer voneinander getrennt»: Martin Bäumle. Bild: Gian Ehrenzeller/Keystone

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Die Grünliberalen seien zu weit nach links gerückt und an einer Zusammenarbeit nicht interessiert, sagte CVP-Parteipräsident Christophe Darbellay am Wochenende. Martin Bäumle, Präsident der Grünliberalen, hält nichts von dieser Kritik: «Wir stehen mit unserer konsequenten Umweltpolitik links der CVP, sind aber klar liberaler.» Das kleine verbale Scharmützel zeigt: Bereits ein Jahr vor den nationalen Wahlen bringen sich die Parteien in Stellung.

CVP und BDP liessen unlängst verlauten, sie wollten mittels Listenverbindungen bei den nationalen Wahlen 2015 zusammenarbeiten. Die leidtragende Partei wären die Grünliberalen, die noch bei den letzten Wahlen von der Zusammenarbeit mit der BDP profitiert haben. BDP-Fraktionspräsident Hansjörg Hassler spricht von mehr gemeinsamen Positionen mit der CVP sowie einem grösseren Wählerpotenzial. Bäumle widerspricht dem: «Die BDP wäre rein rechnerisch gesehen gut beraten, mit einer kleineren Partei als der Grünliberalen zusammenzuarbeiten.» Bäumle sagt, er werde in der Herbstsession das Gespräch mit CVP und BDP suchen.

Das Zünglein an der Waage?

Seine Argumente dürften sich um die Themen Stärkung der Mitteparteien, aber auch um den Sitz der BDP-Bundesrätin Eveline Widmer-­Schlumpf drehen – wenngleich Bäumle letzteren Punkt nicht kommentieren will: «Wir haben Listenverbindungen und Bundesratswahlen schon immer voneinander getrennt.» Laut Bäumle wählt seine Partei die Bundesräte aufgrund der Konkordanz und der politischen Inhalte.

Trotzdem: Als Partei ohne Bundesrat könnten die Grünliberalen bei der Wahl um die BDP-Bundesrätin das Zünglein an der Waage spielen. Ein Gedankenspiel illustriert dies: Einigen sich die Grünliberalen mit der BDP nicht und schlagen sich bei den Bundesratswahlen gar auf die Seite von FDP und SVP, käme diese Allianz aktuell auf eine Stimmenzahl von 118 – 6 Stimmen fehlen zur Mehrheit. Derweil rechnet Politologe Michael Hermann für die kommenden Wahlen mit einem Rechtsrutsch. Eine Mehrheit der besagten Allianz ist also denkbar. Für BDP-Mann Hassler jedoch kein plausibles Szenario: «Die Grünliberalen sind zu weit links von der SVP, da macht ein Bündnis keinen Sinn.» Gerade in Energiefragen würden sich die Parteien wesentlich unterscheiden.

Erstellt: 05.08.2014, 07:14 Uhr

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