Bald länger schlafen in der RS?

Die Armeeführung will die Rekruten fitter und motivierter machen. Dazu prüft sie, die Nachtruhe zu verlängern – aber nicht nur das.

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Mehr und qualitativ besserer Sport in der Rekrutenschule führt zu weniger Verletzungen und mehr Motivation im Wehrdienst. Zu diesem Schluss kommt die Studie «Progress» des Bundesamts für Sport (Baspo) und der Militärakademie an der ETH Zürich (Milak), wie die «Neue Luzerner Zeitung» (NLZ) heute berichtet (Artikel online nicht verfügbar). Für die Studie wurden 619 Rekruten in der Durchdiener-RS 2011 in Aarau beobachtet.

Bei wöchentlich 180 Minuten Sport unter Anleitung eines Sportlehrers sinke das Verletzungsrisiko um ein Drittel im Vergleich zu Truppen, die den Sport nicht besonders beachten. Wenn die Rekruten zudem immer grössere Fussdistanzen pro Tag marschieren, müssen nur noch halb so viele die RS abbrechen; die aktuelle Austrittsrate liegt bei zehn Prozent.

Ausserdem sorgen 30 Minuten mehr Nachtruhe pro Tag für bessere Erholung, so die Studienautoren. Je nach Ausbildungsstand beträgt sie heute zwischen 6 und 6,5 Stunden. Nun prüft die Armeeführung die Vorschläge aus der Studie. In einzelnen Rekrutenschulen wird die Empfehlung, 30 Minuten mehr Schlaf zu gewähren, bereits erprobt, wie Armeesprecher Walter Frik gegenüber der Zeitung sagt. Ebenso wird die stufenweise Verlängerung der Marschdistanz getestet. Entscheide sind jedoch noch keine gefallen, doch laut der NLZ steht die Armeeführung dem Vorschlag nach flächendeckenden 180 Minuten Qualitätssport pro Woche positiv gegenüber.

Die Armee müsse die Empfehlung, mehr Sport durchzuführen, «nicht nur prüfen, sondern auch definitiv umsetzen», sagt der Obwaldner FDP-Ständerat Hans Hess, Präsident der Sicherheitskommission des Ständerats, gegenüber der NLZ. Gemäss der Studie ist der Bedarf jedenfalls gegeben, denn im internationalen Vergleich verletzen sich Schweizer Rekruten überdurchschnittlich häufig. (or)

Erstellt: 06.09.2013, 11:47 Uhr

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